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Greifenseer Jugendliche verlieren zwei Vertrauenspersonen

Auf einen Schlag wurde das Arbeitsverhältnis von zwei Greifenseer Jugendarbeiter aufgelöst. Damit ist für die Gemeinde ein unerwünschtes Szenario real geworden.

Die Jugendlichen der Gemeinde Greifensee werden bald von neuen Personen betreut. , Für Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) keine ideale Entwicklung.

Foto: Marcel Vollenweider

Greifenseer Jugendliche verlieren zwei Vertrauenspersonen

Eine erfahrene Jugendarbeiterin und ihr Berufskollege sind nicht mehr für die Greifenseer Jugendlichen zuständig. Nachdem die beiden viele Jahre für den Verein Jugend- und Freizeitarbeit Region Uster (VJFRU) im Dorf unterwegs waren, werden sie bei ihrem neuen Arbeitgeber nun nicht mehr weiter beschäftigt.

Seit Anfang Jahr ist das die Stiftung Mobile Jugendberatung und Gassenarbeit (Mojuga). Dies nachdem sich das Stimmvolk im vergangenen Herbst für die Betreuung ihrer Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch die Stiftung ausgesprochen hatte (siehe Box).

Und dieser Wechsel hat nun also auch personelle Konsequenzen. In den «Nachrichten aus Greifensee» (NAG) heisst es, dass das Arbeitsverhältnis auf beidseitigen Wunsch hin aufgelöst wurde. Der Frau und dem Mann wurde während der dreimonatigen Probezeit gekündigt. Als Grund gibt Mojuga an, dass sich für die beiden herausgestellt habe, dass ihnen der «Wechsel in die auf die Jugendlichen fokussierte Arbeit in dieser Weise nicht entspreche».

Was mit dieser Formulierung genau gemeint ist, könne sie aus «arbeitsrechtlichen Gründen» nicht sagen, so Gabrielle Zurbuchen, regionale Jugendbeauftragte von Mojuga.

Gemeinderat mit böser Vorahnung

Für den Greifenseer Gemeinderat hat sich damit ein unerwünschtes Szenario verwirklicht. Bereits als im vergangenen September die Übergabe der Jungendarbeit an die Stiftung Mojuga beschlossen hatte (siehe Box), äusserte die Behörde dahingehende Befürchtungen. In einem Dokument zeigte sich der Gemeinderat besorgt, dass die für Jugendliche «bedeutsame Beziehungskontinuität» unter Umständen verloren gehe, wenn sie neue Bezugspersonen erhalten.

«Somit haben die Jugendlichen nun als Übergang zumindest niemanden wildfremdes.»

Monika Keller (FDP), Gemeindepräsidentin Greifensee

Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) verband damit in erster Linie die Sorge, dass die beiden langjährigen Jugendarbeitenden nicht vom neuen Arbeitgeber übernommen werden. «Als dann klar war, dass Mojuga die beiden weiter anstellt, fanden wir das super.» Leider habe nun offenbar die Chemie nicht gestimmt. «Wir haben auf Kontinuität in der Beziehung mit den Jugendlichen gehofft. Doch ein Weltuntergang ist dieser Bruch nicht», sagt Keller.

Nachfolge gefunden

Für Keller passt vorerst die Übergangslösung. Einer der ad Interim Jugendarbeiter, der von Mojuga gestellt wird, habe nämlich schon in Greifensee als Stellvertreter gearbeitet. «Somit haben die Jugendlichen nun als Übergang zumindest niemanden wildfremdes», sagt Keller. Und auch das Jugendhaus bleibe wie bisher geöffnet.

Nachdem Greifensee lange Jahre viele Jahre im VJFRU war, will die Gemeinde nun in Zusammenarbeit mit Mojuga und weiteren Involvierten ein neues Jugendkonzept erarbeiten. Diesbezüglich sei man aber laut Keller noch ganz am Anfang des Prozesses.

Bereits am Ende ist hingegen die Suche nach den zwei vakanten Stellen der Greifenseer Jugendarbeit. Laut Gabrielle Zurbuchen seien bereits eine Jugendarbeiterin und ein Jugendarbeiter gefunden. Die beiden Neuen würden ab Mai ihre Stelle antreten, sagt Zurbuchen. «Sie haben auch schon Arbeitserfahrungen mit Jugendlichen im Zürcher Oberland.»

Greifenseer Jugendarbeit im Wandel

Die Jugendarbeit in Greifensee wurde über zehn Jahre vom Verein Jugend- und Freizeitarbeit Region Uster (VJFRU) ausgeführt. Aufgrund einer Budgetkürzung der Stadt Uster und einer Reorganisation hat der Verein per 30. März 2020 die offene Jugendarbeit nicht mehr angeboten. Diese wurde in die Stadtverwaltung Uster integriert.

Als Übergangslösung führte Uster bis Ende 2020 die offene Jugendarbeit von Greifensee inklusiv Betrieb des Jugendhauses weiter. Danach musste eine Nachfolgelösung her. Die Stimmberechtigten sprachen sich im Herbst deutlich für die favorisierte Lösung des Gemeinderats aus. Und somit war die Auslagerung der Jugendarbeit an die Mojuga-Stiftung  mit jährlich wiederkehrenden Kosten von 156‘000 Franken beschlossen.

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