Doch kein Ustermer Grossfest mit Bier, Dirndl und Brezn
Schlechte Nachrichten für alle, die sich gern in bayrische Trachten werfen und Bier aus Masskrügen trinken: Das «Oktoberfest Züri Oberland» in der Ustermer Landihalle ist abgesagt. Die Tickets, die bereits gekauft wurden, behalten ihre Gültigkeit für die Frühlings-Wiesn im kommenden Jahr. Die Käufer werden persönlich angeschrieben und informiert, sagt Thomas von Allmen, Geschäftsführer der VF Entertainment GmbH, die das Fest organisiert.
Von Allmen beschreibt seine Gemütslage: «Ich bin betrübt und traurig. Zudem etwas ausgelaugt von den vielen Vorbereitungen. Das zerrt extrem an Energie und mindert die Motivation.»
Grund waren laut von Allmen die neuen Kapazitätsbeschränkungen bei Veranstaltungen, die ihn trotz eines «überzeugenden» Hygiene- und Schutzkonzepts zur Absage veranlasst habe.
Kein Oktoberfest «light»
Zur Erinnerung: Im Kanton Zürich gilt eine Beschränkung der Anzahl Personen in Gastroräumen inklusive Bars, Clubs und Tanzlokalen, in denen die Gäste frei zirkulieren und nicht ausschliesslich sitzen. Gleichzeitig sind maximal 100 Personen pro Innenraum plus maximal 200 Personen pro Aussenraum eines solchen Betriebs erlaubt. Zudem gelten strenge Vorgaben wie ein Schutzkonzept, Mindestabstand oder Gesichtsmasken für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen in Innenräumen oder 300 Personen im gesamten Innen- und Aussenbereich.
Ein Fest in kleinerem Rahmen und unter der Einhaltung eines strengen Schutzkonzeptes kam für den Veranstalter von Allmen nicht in Frage: Klar hätten man sich verschiedene Szenarien überlegt, aber irgendwann fehle einfach auch die Planungssicherheit. «Wir könnten nun einen Event organisieren für 100 Leute und Mitte September heisst es dann, es gilt eine neue Kapazitätsbeschränkung von 50 Personen.»
Stadtpräsidentin nimmt’s gelassen
Für Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) ist der Entscheid «nachvollziehbar» und «nicht völlig überraschend». Leider gehöre die Absage solcher Grossanlässe in Uster zur heutigen aussergewöhnlichen Zeit, sagt sie. «Auch der Uster Märt musste schon abgesagt werden. Das ist zwar – nun zusätzlich mit der Absage des Oktoberfestes – sehr bedauerlich, aber einen absoluten Einbruch wird das Stadtleben deswegen nicht erleiden.»
Nach sechs Schlägen floss das Bier
27.09.2019

Oktoberfest in Uster
Zwei Schläge mehr als letztes Jahr benötigte Usters Stadtpräsidentin Barbara Thalmann, um das Okt Beitrag in Merkliste speichern Thalmann wäre heuer bereits zum dritten Mal die Ehre des Bierfass-Anstiches zuteil geworden. «Der Anstich war fürs Publikum jeweils lustig, weil mir die Schläge nie so richtig gelungen sind», sagt Thalmann.
Lange bestand noch Hoffnung
Dabei sah es trotz Corona zuletzt noch gut aus für das Oktoberfest, das 2010 zum ersten Mal in Uster stattfand. Nachdem der Veranstalter mit den Frühlings-Wiesn im vergangenen Mai, einen weiteren Grossanlass in Uster aufgrund des Corona-Virus absagen musste, habe man sich danach entschieden den Vorverkaufsstart fürs Oktoberfest bei sinkenden Zahlen im Juni zu öffnen. «Die darauffolgende Lockerungsschritte und den Entscheid zur Aufhebung der 1000er Grenze haben uns Hoffnung verliehen.» aufgenommen.»
Selbst als die Infektionszahlen zuletzt wieder gestiegen sind, blieb von Allmen zuversichtlich: «Die Bedingungen von Mitte August hätten es uns erlaubt, ein sicheres Fest im exklusiveren Rahmen zu veranstalten.»
Finanzieller Schaden
Die nun beschlossene Absage bedeutet für den Veranstalter einen finanziellen Schaden im «sechstelligen Bereich». Diese Kosten seien schon früh entstanden, nämlich bei der Bewilligungseingabe unter «normalen» Bedingungen. Weiter schlugen Programmbuchung, Planung von Marketingmassnahmen, sowie Planung und Koordination von sämtlichen Infrastrukturen aufs Budget.
Von Allmen hofft bald wieder seine Wiesn-Feste durchführen zu können. «Wären wir nicht optimistisch im kommenden Jahr veranstalten zu können, könnten wir unsere Arbeit per sofort niederlegen.»
Die Frage, ob denn im nächsten Wiesn-Fest Uster Bräu ausgeschenkt wird, das die letzten beiden Jahre nicht berücksichtigt wurde, lässt von Allmen offen: «Die Gespräche dazu wurden nun unterbrochen und werden für kommendes Jahr wieder