Das ist noch echte Handarbeit. Wenn Robert Manser sein eigenes Sprudelwasser oben auf der Chrüzegg produziert, muss er zunächst einmal das Pumprad von Hand in Schwung bringen. Es zischt und pufft, denn gleichzeitig strömt die Kohlensäure aus der Gasflasche ins Wasser.
Ist genug Wasser im Tank, macht Manser, der seit 1995 das Berggasthaus Chrüzegg führt, im kleinen Limonadenhüttli ein paar Schritte hinüber zum zylinderförmigen Gerät. Das Ding erinnert an ein Ufo, ein kleines zwar, dafür mit zusätzlichen Röhren. Die Apparatur stammt allerdings nicht aus dem All, sondern aus dem Tessin, und es birgt auch keine Ausserirdischen, sondern Flaschen. Sechs passen aufs Mal rein. Stück für Stück werden sie von Manser unter die Haube gestellt und gefüllt.
«So schaffen wir rund 200 Flaschen pro Stunde», meint Manser. Pro Saison füllt er etwa 1500 Flaschen Sprudelwasser und 800 Flaschen Citrona ab. Hinzu kommen noch 20-Liter-Bidons für den vor kurzem eingeführten Offenausschank. «Das ist bedeutend einfacher. Früher mussten wir jeweils nach Uster, um die Flaschen zu holen und dann auf den Berg transportieren», hält Manser fest. «Das war nicht nur aufwändiger, sondern auch teurer.»
Hilfe von Ex-Bänker
Beim Abfüllen geht ihm jeweils ein pensionierter Bänker zur Hand, der ebenfalls Gefallen an dieser historischen Apparatur gefunden hat. Die alte Abfüllanlage kaufte Mansers Grossvater um 1950 von der Firma Schweizer Getränke AG in Obermeilen – und bereits damals war es eine Occasion. Sie ersetzte eine noch kleinere Zwei-Flaschen-Anlage, die schon 1934 im Häuschen stand. In jenem Jahr übernahmen die Mansers die Chrüzegg.
