Barbara Peter vom Frauenstreik-Kollektiv Zürcher Oberland war im letzten Jahr Mitorganisatorin des Frauenstreiktages in Uster. Auf den Tag genau ein Jahr später traf sich das Kollektiv zum gemeinsamen «Frau*lenzen und ‹Queerstellen›» – wie die Gruppe ihre Aktion nannte – im Stadtpark Uster. Dort trugen die etwa 12 Frauen ihre Botschaften und Anliegen mit selbstgeschriebenen Schildern erneut in die Öffentlichkeit.
Barbara Peter, vor einem Jahr war der Frauenstreik. Sind Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern seither verschwunden?
Barbara Peter: Nein, verschwunden ist noch nichts. Die Ungleichheiten bestehen weiterhin, sie sind aber mit dem Frauenstreiktag sichtbarer und im öffentlichen Diskurs präsenter geworden.
Haben Sie ein Beispiel?
Während des Lockdown hat sich wieder einmal gezeigt, wie ungleich Familienarbeit immer noch zwischen den Geschlechtern verteilt ist. Es sind in grosser Überzahl Frauen, die Teilzeit arbeiten und den Bärenanteil der Familien- und Hausarbeit übernehmen. Im Lockdown mussten sie dann zudem auch die Kinderbetreuung, das Homeschooling und das eigene Homeoffice bewältigen.
«Als Frauen wissen wir zudem nur zu gut, was es heisst Diskriminierung ausgesetzt zu sein.»

