Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Die «​​​​​​​Heimat»​​​​​​​ soll ökologisch über den Greifensee gleiten

Die MS Heimat soll auch noch weitere 30 Jahre auf dem Greifensee im Einsatz stehen. Als erstes Kursschiff der Schweiz soll sie mit einem Elektromotor ausgerüstet werden. Ob das funktioniert, wird eine Machbarkeitsstudie zeigen.

3500 mal pro Jahr pendelt die Heimat zwischen Maur und Niederuster., Die MS Heimat ist auch abends unterwegs., Statt eines Diesel- soll die «Heimat» laut SGG-Präsident Allen Fuchs (rechts) einen Elektromotor erhalten. , 2017 wurde der jetzige Motor komplett überholt., Co-Geschäftsführerin Germaine Müller und SGG-Präsident Allan Fuchs im Passagierraum der «Heimat»., «Heimat», Die «Heimat» auf Landfahrt: 2017 wurde das Schiff generalüberholt. , In Wetzikon wurde die «Heimat» 2017 aufgefrischt., Spektakulär ist jeweils das Ein- und Auswassern eines Schiffs., 2015 musste die «Heimat» einen sogenannten Kränungsversuch über sich ergeben lassen., Bei Prachtswetter fährt es sich in der «Heimat» am besten., Dank Radar findet die «Heimat» auch im Nebel ihren Weg., 1933 wurde die «Heimat» eingewassert.

PD

Die «​​​​​​​Heimat»​​​​​​​ soll ökologisch über den Greifensee gleiten

Seit 87 Jahren schon versieht sie ihren Dienst, und nun soll sie dafür gerüstet werden, dass sie noch mindestens weitere 30 Jahre über den Greifensee gleiten kann: die «Heimat». Das eigens für den Greifensee konstruierte Schiff, das von der Ueriker Firma K. Burkhardt gebaut worden war, wurde am 21. Mai 1933 mit einem Volksfest eingewassert.

41‘800 Franken kostete damals das Boot, das bis zu 60 Passagieren Platz bietet. Während der Grossteil der Sitz- und Stehplätze auf dem nur mit einem Dach geschützten Achterdeck liegt, können 20 Personen in der kleinen geschlossenen Kabine im Bug absitzen. Mit Stolz wurde damals vermerkt, dass es schweizweit das einzige Schiff mit dem Namen Heimat sei.  

« Historischer Zeuge der Motorisierung »

Das Schiff ist in seinem langen Leben schon von dreieinhalb verschiedenen Dieselmotoren angetrieben worden  – «der halbe rührt daher, dass wir bei der letzten Totalrevision 2017 den Motor zu einem guten Teil mit neuen Ersatzteilen aufgerüstet haben», meint Allen Fuchs, der Verwaltungsratspräsident der Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee (SGG).

Doch schon bald – wenn alles rund läuft im 2022 – wird es einen hochmodernen Antrieb in seinem Bauch tragen: Als schweizweit erstes Kursschiff soll es einen Elektromotor erhalten. « Wir wollen eine umweltfreundliche und nachhaltige Transportmöglichkeit schaffen, die im Einklang mit dem Naturschutzgebiet Greifensee steht » , betont Fuchs.

Gleichzeitig ist der SGG wichtig, dass die « Heimat »  als historisch relevanter Zeuge der Motorisierung der Region erhalten bleibt. Immerhin gehört das Boot zur ersten Generation der Dieselmotorschiffe. Und sicherheitstechnisch gibt es keine Gründe, die gegen einen längerfristigen Weiterbetrieb sprechen würden.

Kein Platz für Partikelfilter

Doch eben, dieser Dieselmotor ist das Problem für die weitere Zukunft. Aufgrund der strengeren Abgasvorschriften müssen neue Dieselmotoren mit einem Partikelfilter ausgerüstet sein. Ein solcher Filter hätte aber gar keinen Platz im Schiffsbauch.

Daher hat der SGG-Verwaltungsrat vor kurzem eine Machbarkeitsstudie für eine Elektrifizierung in Auftrag gegeben. « Diese soll uns Aufschluss über die Systemwahl und die Dimensionierung des Motors und der Batterien geben » , hält Fuchs fest. Zudem wird die Walder Mosway Electronics eigene Messungen mit Schleppversuchen vornehmen.

Geprüft wird auch, wie lange eine Batterieladung reichen muss. Die « Heimat »  fährt pro Jahr rund 3500 mal zwischen Maur und Niederuster hin und her. Die 900 Meter lange Strecke zwischen den beiden Anlegestellen ist eigentlich ideal für ein Elektromotor. Neben den Kursfahrten wird das Schiff auch noch für andere Transfers eingesetzt und kann gemietet werden.  

Dritte sollen mitfinanzieren

Fuchs hat bereits für die unter 10‘000 Franken teure Machbarkeitsstudie Sponsoren gefunden, vom ZVV über die Energie Uster AG und die Gemeinde Maur bis zu den beteiligten Firmen.

Doch er denkt bereits weiter: Die Elektrifizierung der « Heimat » , die mindestens 300‘000 Franken kosten wird, kann die SGG nicht ohne finanzielle Hilfe von Dritten stemmen. Doch er ist überzeugt, dass auch diese Klippe gemeistert werden kann. So rechnet er damit, dass die Heimat bis in zwei Jahren ganz still und leise über den Greifensee nicht mehr tuckern, sondern eben gleiten kann.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns