Wenn Godi Leiser eine Schweizer Stadt zeichnete, sass er meist auf einem Turm oder einem Baukran. «In den achtziger Jahren hatte ich das, was ich rückblickend meinen Kranfimmel nenne», schrieb Leiser. Habe er irgendwo in einer schmalen Gasse einen «schlanken Gitterturm» zum Himmel ragen sehen, dann habe es ihn gepackt und er habe hinauf müssen. Dafür musste er im Baubüro eine Erklärung unterschrieben, dass er selber schuld sei, wenn er herunterfalle.
Doch so weit kam es nie. 2009 starb der Künstler eines natürlichen Todes. Die letzten 42 Jahre seines Lebens verbrachte Godi Leiser in Maur. Diese Woche findet zu Ehren seines 100. Geburtstag eine Ausstellung statt (siehe Box).
Des Vaters Lieblingswort
Eines von Godi Leisers Lieblingsworten war «sauschön». So stellt Anna Leiser, die Tochter des berühmten Grafikers, Zeichners und Künstlers, in ihrer Zürcher Wohnung dar, wie ihr Vater die Ausstellung anlässlich seines Geburtstags eröffnen würde: «Sauschön, dass die Ausstellung heute stattfindet!» Und dazu würde der Vater breitbeinig im Raum stehen und den Ausruf mit lebhaften Gesten begleiten.
«Wir suchten am Stubentisch, anhand der Fotografie des Autos, die richtige Farbe für ihn aus.»
Anna Leiser, Tochter von Godi Leiser

