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Gesellschaft

Nur bei Sonnenschein kommen die Leute ins Beizli

Für den Pächter des neuen Beizli im Landenberghaus läuft noch nicht alles rund. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung macht Güney Kayalibal das schlechte Wetter, die kleine Küche und das Coronavirus zu schaffen.

Der Beizli-Pächter Güney Kayalibal hat nur bei schönem Wetter die Terasse vor dem Landenberghaus voller Gäste., Die Küche bezeichnet er als Existenzminimum., So sah die Terasse vor dem Umbau des Landenberghaus aus., Auch Bankette organisiert Kayalibal im Landenberghaussaal. Doch wegen des Coronavirus haben viele Kunden ihre Feiern abgesagt., Als Pächter stehen ihm auch Pfarrstube..., ... und Chäller zur Verfügung.

PD

Nur bei Sonnenschein kommen die Leute ins Beizli

Das Landenberghaus im Greifenseer Städtli ist seit knapp sechs Monaten eröffnet. Ein bisschen länger brauchte es für das darin liegende Beizli, bei dem noch die letzten Arbeiten abgeschlossen werden mussten. Kaum erwarten konnte die Eröffnung des Beizlis Pächter Güney Kayalibal. «Ursprünglich hoffte ich, dass wir das Beizli bereits im Sommer eröffnen können.» Kayalibal scheint wohl damals schon geahnt zu haben, was er heute bestätigt: «Das Beizli läuft nur bei schönem Wetter richtig gut.» An kalten und nassen Tagen habe er teilweise nur eine Handvoll Gäste. Dabei bietet das Beizli 40 Innen- und 80 Aussenplätze. «Ich hoffe jetzt auf jährlich 365 Sonnentage», sagt Kayalibal und lacht.

Für die vier Mitarbeiter gebe es aber auch an regnerischen Tagen immer genug zu tun, wie beispielsweise Aufräum- und Putzarbeiten oder das Vorbereiten von Banketts. Diese kann Kayalibal ebenfalls anbieten, da er als Pächter auch den Landenbergsaal, die Pfarrstube und den Chäller managt. Mit dem Beizli  kann er so fast 400 Personen bewirten. Um grössere Veranstaltungen durchführen zu können, kann Kayalibal bei Bedarf noch bis zu acht Aushilfskräfte aufbieten.

Absagen wegen Virus

Momentan scheut seine Kundschaft diese Anlässe aber wegen des Coronavirus. «Mir haben in letzter Zeit etwa 20 grosse Gruppen abgesagt», sagt Kayalibal. Vereinsversammlungen, Hochzeiten oder kürzlich die Gemeindeversammlung wurden storniert. «Damit habe ich etwa 1500 Gäste weniger als gerechnet.»

Kayalibal hofft auf bessere Zeiten. Auch der Anfang sei nicht immer leicht gewesen. Als er das Beizli aufgemacht habe, sei die Speisekarte noch grösser gewesen. «Mit der Zeit haben wir gemerkt, dass die Kühlräume dafür nicht reichen und die Küche zu klein ist.» Seit dem 1. März biete er noch eine halb so grosse Karte an. Die Renner seien Fischknusperli und Flammkuchen.

«Die Bedürfnisumfrage  zeigte klar, dass ein Bistro und kein Restaurant erwünscht ist.»

Monika Keller (FDP), Gemeindepräsidentin Greifensee

Die Gemeinde Greifensee hat als Bauherrin des Sanierungs- und Erweiterungsprojekts Landenberghaus mit einem kleinen Gastrobetrieb geplant. Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) verweist auf eine Bedürfnisumfrage, die bei Vereinen gemacht wurde. «Diese zeigte klar, dass ein Bistro und kein Restaurant erwünscht ist.» Heute verpachtet die Gemeinde die Räume an  Kayalibal. «Mit der Entwicklung des Beizli sind wir zufrieden. Besonders am Wochenende ist dort ein regelrechter Ansturm», sagt Keller.

Weniger Köche mehr Platz 

Dass das Landenberghaus-Beizli bewusst klein gehalten wurde, findet Güney Kayalibal grundsätzlich in Ordnung. Als «Existenzminimum» bezeichnet er die Infrastruktur für das aktuelle Angebot. «Es ist kleiner als ein Restaurant aber grösser als ein Bistro – ein gutes Beizli halt.»

Im Betrieb hätten sie mittlerweile auch die passende Anzahl Mitarbeiter, damit sich das Team problemlos in der Küche bewegen könne. Und um dem kleineren Platz in den Kühlräumen entgegenzuwirken, müsse er eben öfters Lebensmittel bestellen.

Dörfli vs Beizli

Kayalibal kennt das Gastrogeschäft. Seit über zehn Jahren führt er das Restaurant Dörfli in Maur. Seine Expansionslust hat der Maurmer schon vor gut zwei Jahren gegenüber dem ZO/AvU angekündigt: «Das Geschäft läuft so gut, dass wir eventuell noch eine zweite Location hier übernehmen wollen. Sie befindet sich am Greifensee», mehr wollte er damals noch nicht verraten.

Er sei optimitstisch, dass das Beizli bald auch richtig gut laufen wird. Kayalibal macht klare Unterschiede zwischen den beiden Betrieben: «Das Dörfli ist ein Dorftreff und das Beizli ein Ausflugsrestaurant.» Wenn er sich noch etwas von der Gemeinde wünschen könnte, dann wären es Parkplätze für das Landenberghaus. Doch auch daran gewöhne er sich noch: «Es braucht eben auch noch ein bisschen Zeit, um das schöne neue Landenberghaus kennenzulernen.»

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