Und der Mönchaltorfer Förderpreis geht an...
Die Gemeinde Mönchaltorf hatte wochenlang ein gut gehütetes Geheimnis, das erst am Sonntagnachmittag im Mönchhofsaal gelüftet wurde. Wächterin des Mysterium war Gemeinderätin Andrea Larry (SP). Partout wollte sie im Vorfeld nicht verraten, welche drei Mönchaltorfer den erstmals vergebenen Förderpreis erhalten. Nicht den Medien, nicht den Mönchaltorfern, die das von Larry wissen wollten, und auch nicht den elf Bewerbern für den Preis.
«Wie bei der Oscarverleihung wissen auch bei uns die Kandidaten im Vorfeld nicht, ob sie gewonnen haben.»
Andrea Larry (SP), Gemeinderätin Mönchaltorf
«Ein bisschen Oscarverleihung soll es heute sein», sagte Larry kurz vor ihrer Rede am Neujahrsapéro auf Anfrage. «Uns ist aber bewusst, dass wir mit dem Glamour nicht ganz mithalten können.» Dass von den gut 200 Mönchaltorfern, eine Mehrheit wegen der Bekanntgabe der Preisträger gekommen seien, glaube sie nicht. «Es gibt aber sicher Leute, die deswegen neugierig waren», sagte Larry.
Keine Dankesreden
Im Gegensatz zur Oscarverleihung wurde in Mönchaltorf jedoch keine Gewinnerrede erwartet. Es habe aber auch seltsamerweise niemand danach gefragt, sagte Larry, sah aber gleich eine weitere Parallele zum Hollywoodspektakel: «Wie bei der Oscarverleihung wissen auch bei uns die Kandidaten im Vorfeld nicht, ob sie gewonnen haben.» Die Ungewissheit hatte zur Folge, dass fast alle Bewerber anwesend waren.
In ihrer Rede sagte Larry, was die Gemeinde mit der Vergabe der Förderpreise bezweckt: «Mit den Preisen sollen Projekte gefördert werden.» 1000 Franken erhält jeder der drei Gewinner.
Zwischen 19 und 84 jährig
Sie sei «sehr positiv überrascht», dass elf Bewerbungen für die drei Preise eingegangen seien. Denn in der Jury habe man «keine Ahnung» gehabt, ob überhaupt Bewerbungen einträfen. Von Kunst bis hin zu sozialem Engagement seien Projekte eingegangen, die in Mönchaltorf – aber auch weit weg auf einem anderen Kontinent – von Gesuchstellern zwischen 19 Jahren und 84 jährig verwirklicht würden.
Larry hielt sich an die Tradition der Oscarverleihung und die Spannung hoch, indem sie Sylvia Michel den Ehrenpreis überreichte, was im Gegensatz zu den Förderpreisen nie verheimlicht wurde (wir berichteten). Für die Ausrufung der ersten Förderpreisträgerin der Geschichte von Mönchaltorf gelang es Larry dann aber nicht mehr, den Nervenkitzel zu zelebrieren: «Mit Barockvioline und E-Geige», begann sie und lachte, «ich glaub sie weiss es schon…» Gemeint war die 19 jährige Marie-Sophie Baumgartner. Die junge Violinistin hat schon Erfahrung im Preis-entgegen-Nehmen: 2019 wurde sie Tagessiegerin an der Prix-Walo-Verleihung oder gewann im selben Jahr einen Preis einer renomierten Musikschule im schottischen Edinburgh.
Die zweite Preisträgerin wurde dann weit mysteriöser angekündigt: «Ein kleines Paradies prägt das Ortsbild von Mönchaltorf.» Viele – auch auswärtige Gäste – hätten der Gemeinde deswegen schon Komplimente gemacht. «Es ist der wunderschöne Haussschmuck und Blumengarten von Esther Bisig.»
Somit bleibe noch ein Förderpreis und neun Kandidaten, die auf den Preis hoffen dürfen, rechnete Larry vor. Und für sie war es die letzte Gelegenheit, um ausführlich das Schaffen zu umschreiben und erst dann den Gewinner bekannt zu geben. «Er kommt jedes Jahr in den Kindergarten und erzählt Geschichten: der Samichlaus.» Doch nicht alle Kinder hätten genügend Deutschkenntnisse, um das zu verstehen. Die Person habe darum eine Geschichte ohne Wörter erfunden und in einem Buch illustriert. Es war Lisa Suremann, die den letzten Förderpreis des Jahres in Empfang nehmen durfte. Für die drei gab es zwar keinen Oscar, dafür eine Rose, eine Urkunde und die 1000 Franken.
Das erwartet die Mönchaltorfer 2020
In seiner Rede zum Neujahrsapéro gab Gemeindepräsident Urs Graf (FDP) einen Ausblick, was die Bevölkerung im 2020 erwartet. So werde ab Frühjahr die dritte 3. Etappe der Silbergrueb bezogen. Diese sei bereits mehrheitlich vermietet. Zudem werde dort die Denner-Filiale anfangs April eröffnet. Die Ganahl AG plane, rund 50 zusätzliche Arbeitsplätze in ihr Unternehmen zu bringen. Und ebenfalls könne im laufenden Jahr der 4000. Einwohner begrüsst werden.
