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Mehr Geld für die Jugend – auch wegen Littering

Mönchaltorf gibt ab nächstem Jahr wieder mehr Geld für die Jugendarbeit Mojuga aus. Die Anforderungen an diese sind gestiegen – nicht zuletzt im gut frequentierten Jugendraum.

Die Mojuga-Jugendarbeiter sind neu gesetzlich an die Kesb-Meldepflicht gebunden., Jugendliche, die trinken sind im Fokus der Jugendarbeiter.

Symbolbild: Fabio Meier

Mehr Geld für die Jugend – auch wegen Littering

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mönchaltorfer Gemeinderat hatte vor zwei Jahren den Betrag für die Jugendarbeit massiv reduziert
  • Nun will er wieder mehr Geld für die Jugendarbeit ausgeben
  • Dies soll auch bei der Littering-Prävention helfen

In einer Oberländer Gemeinde fällt Mitarbeitern der Jugendarbeit Mojuga an einem kalten Winterabend eine Jugendliche auf, die «masslos Alkohol trinkt und kifft». Von Jugendarbeitern darauf angesprochen, sagt die junge Frau, dass es ihr dadurch einfach besser gehe.

Es ist ein Beispielfall, den die Jugendarbeit Mojuga aufführt, um auf die Meldepflicht der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) aufmerksam zu machen, die seit Anfang Jahr für die Jugendarbeiter gilt (siehe Box). Und der auch einen Einblick in die tägliche Arbeit der Organisation vermitteln soll.

Sparkurs wird gelockert

Die Mojuga ist in der ganzen Region aktiv. Seit 2011 macht die Stiftung mit Sitz in Bubikon auch die Jungendarbeit für die Gemeinde Mönchaltorf. Bis 2017 war dieses Engagement der Gemeinde jährlich 170‘000 Franken wert, dann reduzierte der Gemeinderat den Beitrag massiv. Nur noch 130‘000 Franken gibt Mönchaltorf seitdem für die Jugendarbeit aus – aus Spargründen.

«Eine engere Begleitung der Jugendlichen hilft  auch dem Rest der Bevölkerung beispielsweise bei der Littering- Prävention.»

Marlis Schlumpf (SP), Gemeinderätin Mönchaltorf

Nun aber macht der Gemeinderat wieder mehr Geld für die Jugendarbeit locker. Ab kommenden Jahr soll der jährliche Beitrag um 20‘000 Franken auf insgesamt 150’000 Franken aufgestockt werden.

Meldepflicht Kesb

Alle Fachpersonen, die beruflich regelmässig mit Kindern oder Jugendlichen Kontakt haben, sind seit 1. Januar schweizweit verpflichtet, bei Verdacht auf eine so genannte Kindeswohlgefährdung Meldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) zu erstatten.

Als Orientierung dient den Mojuga-Mitarbeitern dabei ein Leitfaden, der sich nach dem neuen Gesetz richtet.
Die Kesb prüft nach Eingang einer Gefährdungsmeldung, ob ein Verfahren zu eröffnen ist. Zuerst nimmt die Behörde in der Regel Kontakt mit der meldenden Stelle auf. Sie führt Gespräche mit dem Jugendlichen und den Erziehungsberechtigten und holt bei Bedarf weitere Informationen beispielsweise von der Schule ein.

Mojuga-Projektleiter Marco Bezjak sagt, dass sich für die Mojuga grundsätzlich wenig ändert: «In der Praxis haben unsere Jugendarbeiter bereits vorher schon bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung der Kesb Meldung erstattet.» 

320 Jugendliche profitieren

Dass für die Jugendarbeit wieder mehr Geld ausgegeben wird, ist für die zuständige Gemeinderätin Marlis Schlumpf (SP) ein Kompromiss zwischen den finanziellen Mitteln, die zur Verfügung stehen und den Bedürfnissen für die Arbeit mit Jugendlichen. Das zusätzliche Geld sei zum jetzigen Zeitpunkt ein «angemessener Betrag». Schlumpf sagt, dass davon gegen 320 Jugendliche in Mönchaltorf profitieren würden. «Gerade in den Sommermonaten unterstützt eine engere Begleitung die Jugendlichen, hilft aber auch dem Rest der Bevölkerung beispielsweise bei der Littering-Prävention.»

Ab nächstem Jahr soll sich auch die Situation im Jugendraum beim Mönchhof verbessern. Mit den momentanen finanziellen Mitteln sei während der Öffnungszeiten des Jugendraumes häufig keine Doppelbesetzung möglich, sagt Schlumpf. «Eine solche ist wegen der Geschlechterverteilung, aber auch aufgrund der momentan erfreulich hohen Frequentierung des Jugis, aber absolut wünschenswert.»

Mojuga-Projektleiter Marco Bezjak ist deshalb froh über den jüngsten Entscheid des Mönchaltorfer Gemeinderates. Dass die Gemeinde zusätzliche Ressourcen freimachen konnte, begrüsse er. 

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