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«Captains Dinner» an bescheidener Tafel

Die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee baut für die neue Saison ihr Gastronomie-Angebot aus. Nun können Passagiere auf den Rundfahrten mit dem Kapitän dinieren, auf dem See tanzen oder frühmorgens Vögel beobachten.

Für die Abendstunden bietet die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee neue Rundkurse an., Für die Rundfahrten eignen sich die drei grössten Schiffe der Gesellschaft., Für Vögelbeobachter sollen auf dem «Ornithologische Frühschiff» mehr als nur Enten zu beobachten sein.

Paul Schafroth

«Captains Dinner» an bescheidener Tafel

Die Schiffsfahrtgenossenschaft startet mit einer Kutterladung neuer Gastro-Angebote in die Saison. Neu sind unter anderem das «Captains Dinner», «Music on the water», und das «Ornithologische Frühschiff».

«Wir sind ja kein Technoschiff…»

Michel Kauz, Geschäftsführer der Schifffahrtsgenossenschaft Greifensee

Michel Kauz, Geschäftsführer der Schifffahrtsgenossenschaft Greifensee, sagt: «Wir wollen neue Kundschaft anlocken und experimentieren mit verschiedenen Angeboten.» Die klassischen Rundfahrten wie der Sonntagsbrunch oder die Sonnenuntergangsfahrten seien aber nach wie vor ein sicherer Wert. Dort steige die Nachfrage oder bleibe zumindest gleich. So könne die Schifffahrts-Genossenschaft ein gewisses Risiko mit dem ausgeweiteten Programm in Kauf nehmen, sagt Kauz.

Im letzten Jahr fiel diesem Risiko die Rundfahrt «Für Daheimgebliebene» zum Opfer. «Ich musste diese Fahrt streichen, weil wir kaum Anmeldungen hatten», so Kauz. Sonst konnte das letztjährige Angebot aber beibehalten werden. Die kulinarischen Fahrten machten 2018 beim Personenverkehr rund einen Siebtel des Umsatzes aus. «Diesen wollen wir steigern», sagt Kauz.

Kapitän am Tisch

Beweisen muss sich ab dem kommenden Jahr nun auch das «Captains Dinner». Dieses markiert bei Kreuzfahrten einen kulinarischen und gesellschaftlichen Höhepunkt. Auf dem Greifensee ist eine Kreuzfahrt eine Rundfahrt. Ein bisschen weniger Passagiere, Wasser und Schiff als die Variante auf hoher See. Dafür mit Kapitänen, die nah bei den Leuten sind.

«Smalltalk mit dem Schiffsführer geht immer, ein vertieftes Gespräch ist mit ihm aber nicht zu führen. Er soll sich voll aufs Fahren konzentrieren», sagt Kauz. Für das Fachgespräch mit interessierten Passagieren sei der zweite Schiffsführer zuständig.

«Wir wollen neue Kundschaft anlocken und experimentieren mit verschiedenen Angeboten.»

Michel Kauz, Geschäftsführer der Schifffahrtsgenossenschaft Greifensee

Beim «Captains Dinner» soll er den Gästen Gesellschaft leisten, das sei auch auf dem Greifensee so vorgesehen. «Der Kapitän sitzt zu den Gästen an den Tisch und kann mit ihnen essen, wenn er will.» Ganz so pompös wie bei den Riesendampfern werde es auf der «Stadt Uster» nicht werden. «Auf dem Schiff haben wir keinen Platz für grosse Tafeln, wie in den Speisesälen der grossen Kreuzfahrtschiffe.» Für das erste «Captains Dinner» sind schon 30 Reservationen eingegangen. Dies sei ein guter Zwischenstand. «Ab 20 Reservationen starten wir normalerweise eine Rundfahrt. Sind es weniger, müssen wir uns überlegen, die Fahrt abzusagen.»

Der frühe Vogel…

Weniger Kapitän, dafür mehr Vogel verspricht das «Ornithologische Frühschiff». Das Angebot richtet sich an Naturfreunde und Frühaufsteher – das Schiff fährt um 5.45 Uhr in Maur ab. Bekanntlich sind aber dann die meisten Vögel schon wach. Zu beobachten gibt es die Restbestände der Tiere, die nach dem Rückgang der Artenvielfalt noch am Greifensee leben.  

Ruhig und idyllisch soll es bei dieser Rundfahrt zugehen, sagt Michel Kauz. «Das Schiff werden wir ein paar Mal zum Stillstand bringen, damit die Vogelfreunde die Tiere beobachten und Fotografieren können.» Auf dem Schiff werden Feldstecher zur Verfügung gestellt. Zudem wird ein Ranger der Greifensee-Stiftung an Bord sein und den Passagieren die Vogelwelt erklären.

Tanzen an Bord

Wer zu zappelig ist, um Vögel zu beobachten, kann auf der Rundfahrt «Music on the Water» das Tanzbein schwingen. In Zusammenarbeit mit der Musikschule Uster- Greifensee werden vier verschiedene Bands an insgesamt vier Abenden pro Jahr Country, Jazz, Blues, Soul oder Pop auf dem Schiff spielen. «Höchstens Drei-Mann-Bands werden es sein. Das gebietet auch das beschränkte Platzangebot», sagt Kauz.

Tische und Stühle würden bei Bedarf beiseite geschoben werden, um die Tanzfläche zu vergrössern. «Mit den Bordlautsprechern, kann die Musik auf dem ganzen Schiff gehört werden.» Laut werde es auf dem Schiff aber nicht werden. «Wir sind ja kein Technoschiff und zudem wird die Rundfahrt um 22 Uhr zu Ende sein.» Die Jungen will Kauz mit Livemusik gewinnen: «Jazz und Country sind bei den jüngeren Generation nach wie vor beliebt.»     

 

Schiffahrts-Saison 
Das sonntägliche Brunchschiff eröffnet am 17. März die neue Saison. Die weiteren Rundfahrten beginnen am Sonntag, 24. März. Ab dem 23. April fahren die Schiffe wieder täglich. Alle Angebote sind auf der Webseite www.sgg-greifensee.ch zu finden.

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