So lockt man Schwalbenschwänze in den Garten
Schwalbenschwänze sind nicht nur hübsch anzuschauen, sie sind auch wertvolle Bestäuber. Damit sich die Schmetterlinge wohlfühlen, gibt es ein paar wenige Tricks.
Der Sommer steht vor der Tür, und mit den wärmeren Tagen sind Schmetterlinge wieder häufiger zu sehen. Ein prächtiges, bis zu acht Zentimeter grosses Exemplar ist der Schwalbenschwanz aus der Familie der Ritterfalter (Papilionidae). Mit seinen charakteristischen gelb-braunen Flügeln mit schwarzer Musterung und den roten Punkten ist er leicht zu erkennen.
Schwalbenschwänze sind hübsche und nützliche Bestäuber. In Gärten, auf Balkonen oder Terrassen lassen sie sich mit Wilder Möhre, Wiesensalbei, Nachtviolen, Dill, Petersilie oder Katzenminze anlocken. Im Familiengarten haben wir Eier und Raupen am häufigsten auf Fenchel gesehen.
Kleine gelbe Eier auf Fenchel
Pro Natura kürte den Schwalbenschwanz (Papilio machaon) 2003 zum Tier des Jahres, um auf seine akute Gefährdung aufmerksam zu machen. In den Kantonen Aargau, Bern, Schaffhausen und anderen steht er unter Schutz – man darf weder Schwalbenschwänze noch ihre Entwicklungsstadien (Ei, Raupe, Puppe) einsammeln. Auch wenn der Schwalbenschwanz im Kanton Zürich nicht geschützt ist, konzentrieren wir uns auf die Förderung der Schmetterlinge in ihrem natürlichen Lebensraum.
Um diese Jahreszeit haben viele Schmetterlinge schon ihre Eier für die zweite Generation gelegt. Auf einem Fenchel findet man mit etwas Glück die kleinen gelben Eier und manchmal auch Raupen. Fenchelpflanzen im Gartencenter werden meist im Freien angeboten. Gelegentlich finden sich darum auch hier Eier oder junge Raupen.


Die Tiere sind anfangs schwarz mit einem weissen Streifen, ihre typische grüne Farbe mit schwarz-roter Musterung entwickeln sie erst später. Wer Fenchel lieber selbst ernten möchte, pflanzt am besten eine zusätzliche Pflanze für den Schwalbenschwanz. Die Pflanze bevorzugt Sonne und eine gleichmässige Wasser- und Nährstoffversorgung.
Vorsicht: Nicht von der Pflanze trennen!
Die Raupen fressen viel und zügig, besonders gegen Ende des gut zweiwöchigen Entwicklungsstadiums. Wer noch keinen Fenchel im Garten hat, kauft am besten eine grosse Pflanze oder mehrere kleine, damit die Tiere bis zur Verpuppung ausreichend Nahrung finden. Sie brauchen dieselbe pestizidfreie Pflanzenart, auf der die Eier abgelegt wurden.
Bei einem Pflanzenrückschnitt ist darauf zu achten, nicht aus Versehen die Tiere von der Pflanze zu trennen. Sobald sich die Raupen verpuppen, gilt es abzuwarten. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die jungen Schwalbenschwänze, die bald munter herumfliegen – und der Kreislauf beginnt von vorn.
Die Mitglieder des Vereins für Familiengärten Dübendorf begleiten die Leserinnen und Leser des «Glattalers» durchs Gartenjahr. Sie geben Tipps für Aussaat und Pflege, wobei der Anbau von Obst und Gemüse nur ein Aspekt ist. Ebenso wichtig ist ihnen, wie man durch Verzicht auf Pestizide und chemischen Dünger einen naturnahen Garten erschaffen kann.