Mit der Weihnachtsstimmung ist das so eine Sache. Entweder sie kommt viel zu früh, viel zu spät oder gar nicht. Im letzten Jahr etwa, als die Welt noch mehr oder weniger in Ordnung war, wollte sie sich bei mir bis Heiligabend irgendwie nicht so recht bemerkbar machen. Dieses Jahr wiederum, das total Kopf steht, trage ich schon seit ein paar Wochen diese wohlige Weihnachtswärme in mir.
Und dies, obwohl es zusätzlich zu der ganzen Pandemiegeschichte in meiner Erinnerung wohl noch keinen so sonnigen und warmen November gegeben hat. Ich konnte sogar noch in der Mitte des Monates auf Berge klettern, die in anderen Jahren zu diesem Zeitpunkt bereits unter einer Schneedecke lagen.
Dabei ist derzeit sogar noch unklar, in welchem Rahmen ein Weihnachtsfest überhaupt möglich ist und diverse Feiern sowohl in der Familie als auch im beruflichen Umfeld bereits gestrichen wurden. Die Vorfreude auf Weihnachtsmärkte und Glühwein fällt ebenfalls weg.
Also wieso ist die Vorfreude ausgerechnet jetzt schon da? Wieso muss ich mich – gerade im Homeoffice – täglich daran erinnern, dass es wohl noch keine allzu gute Idee ist, kiloweise Weihnachtsguetzli zu backen, da ich sonst Ende Dezember höchstpersönlich das Weihnachtsmannkostüm mit dickem Bauch füllen würde?

