Ist ja eigentlich ganz nützlich, dieses cc in E-Mails. Man schreibt seiner betrügerischen Ehefrau eine mit Beleidigungen vollgestopfte Nachricht und will, dass ihr Lover das auch mitkriegt, also setzt man ihn zur Kenntnisnhame ins cc. Die betrügerische Ehefrau leitet das Mail weiter an ihren Scheidungsanwalt und will gleichzeitig ihre beste Freundin über die jüngste Entgleisung ihres Noch-Ehemanns informieren, also rein mit ihr ins cc, wo auch die Adresse des Noch-Ehemanns drin ist, denn der soll ruhig erfahren, dass es ihm jetzt dann an den Kragen geht.
Die beste Freundin zeigt sich in ihrer Antwort entrüstet über das vulgäre Verhalten des Noch-Ehemanns und erkundigt sich gleichzeitig bei ihrer besten Freundin, ob sie ihren Oxycodon-Konsum wieder in den Griff bekommen habe. Und weil sie selber nach fünf Gläsern Chardonnay nicht mehr ganz so klar sieht, klickt sie blöderweise auf «allen antworten», weshalb man von den Drogenproblemen seiner betrügerischen Ehefrau erfährt, was bei den anstehenden Verhandlungen ums Sorgerecht einen nicht unerheblichen Vorteil bedeutet. Eine Neuigkeit, die man umgehend seiner Scheidungsanwältin per E-Mail mitteilt, die betrügerische Ehefrau natürlich im cc, denn die soll ja wissen, wie bescheuert ihre beste Freundin ist. So ist es einem Freund von einem Freund von mir passiert.
Selbstverständlich werden auch sämtliche Mitgliederinnen des Frauenchors und der Damenriege im cc darüber informiert, dass Recht und Ordnung bald wieder hergestellt ist.
Das ist die positive Seite des cc-Wahns. Mühsam wird’s, wenn man an eine Petze gerät. Da schreibt man einen launigen Artikel über den Adventsmarkt in einer mittelgrossen Gemeinde im Zürcher Oberland und lobt den feinen Geschmack des angebotenen Speckgugelhopfs, den Mitgliederinnen der Frauenchors gebacken haben.

