Zwischen Arbeitsvortäuschung und Freizeitmoloch stiess ich neulich auf die Webseite von «Clowns Sans Frontières». Dass es die «Médecins Sans Frontières» gibt, war mir bekannt. Immerhin haben die mal den Friedensnobelpreis gewonnen.
Dies zu Recht. Aber wie viel Respekt muss ich den Clowns von «Clowns Sans Frontières» entgegenbringen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich, analog zu einem Arzt, zur Seite springe, wenn so einer kommt und ruft: «Lasst mich durch, ich bin Clown!»
Wobei sich ein solcher Clown einst mit ebendiesem Satz den Weg ins Rampenlicht bahnte. An einem Nato-Gipfel schubste Donald Trump Montenegros Premier Dusko Markovic zur Seite. Wer sich heute diese Szene auf Youtube nochmal ansieht, stellt zweifelsfrei fest, dass Trump dem Premier mit seiner Körpersprache diese Botschaft zukommen liess, sich dann wie ein dummer August das Jackett zurechtzupfte und wie ein Quokka grinste.
Joe Biden hat Trump während einer Wahlkampfdebatte einen Clown genannt. Eigentlich möchte ich Trump aber weder als US-Präsidenten noch als Clown auf irgendeiner Gartenparty sehen. Und auch keine Clowns an Trump-Partys kennenlernen.
Ein professioneller Manegen-Clown sagte mir einst: «Um Clown zu sein, bedarf es mehr als nur ein bisschen Schminke und eine rote Nase.» Vielleicht hiess der Typ Markus, wahrscheinlich aber Peter. Also fragte ich: «Markus, äh, Peter, was braucht es noch?» Und Markus, der wahrscheinlich Peter hiess, sagte: «Würde.»

