So langsam frage ich mich wirklich, wie spät es wirklich ist. Erst Mitte Oktober hat unsere Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an einer Pressekonferenz eindringlich gesagt, in Sachen Corona-Infektionen sei es fünf vor zwölf. Die Kantonsärzte reagiert prompt. Nein, es sei bereits fünf nach zwölf, beharrten sie. Was mich einigermassen verwirrte, denn als ich auf meine Uhr schaute, war es gerade mal Viertel vor zehn.
Und dann meldete sich auch noch Gastro Suisse zu Wort. Von wegen fünf vor zwölf, schüttelte Präsident Casimir Platzer an einer Medienkonferenz den Kopf, es sei bereits halb zwei. Die Journalisten stellten daraufhin zahlreiche Fragen, nur den wichtigsten Punkt wollten sie partout nicht ansprechen: Wie ist es eigentlich, als «Casimir» durchs Leben zu gehen? Wacht man in der Nacht öfters schweissgebadet auf? Hat man da automatisch eine Aversion gegen Reis mit Pouletgeschnetzeltem an einer milden Currysauce mit Dosenfrüchten? Hasst man seine Eltern?
«Jahhh, Casimir, besorg es mir!»
Berechtigt wäre das ja schon. Bevor sich Eltern für einen Kindsnamen entscheiden, sollten sie ihn probeweise zumindest ein Mal quer durch die Wohnsiedlung brüllen: «Casimir, komm nach Hause, und zwar sofort!» Und, auch wenn es zu dem Zeitpunkt sicher schwer fällt, sollten sie sich vorstellen, dass ihr Kind später irgendwann einmal Sex haben wird, und es dann so tönen könnte: «Jahhh, Casimir, besorg es mir!»
Doch dann grätschte das «Bieler Tablatt» rein, als es vor der letzten Bundesrats-Sitzung fragte: «Schlägt es heute 13?»

