Eigentlich fing es ganz gut an mit mir und Schweden. Als typischer Vertreter meiner Generation wurde ich mit Astrid-Lindgren-Filmen sozialisiert, Pippi Langstrumpf war meine erste Liebe, der Abba-Singsang der Soundtrack meiner Kindheit.
Später dann übernahmen Schwedenpornos meine Aufklärung und ermöglichten mir zaghafte Gehversuche in einer Fremdsprache: «Hej, jag kommer att lägga ett rör», «Hallo, ich komme, um ein Rohr zu verlegen». Und schliesslich schenkte mir das erste Ikea-Regal in fast schon liebevoller Art und Weise die Einsicht, doch besser keine Karriere als Handwerker einzuschlagen.
Hach, Schweden!
Mit der Zeit musste ich feststellen, dass auch andere Menschen Schweden mögen – und daraus kein Geheimnis machten. Im Gegenteil. Schweden wurde hier zu Lande stets als herausragendes Beispiel genannt, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Famillie geht, die Gleichberechtigung, die soziale Wohlfahrt, das Schulsystem, die ausserfamiliäre Kinderbetreuung, die Verkehrssicherheit, den Umweltschutz, das Gesundheitswesen.

