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Jetzt zählen die besseren Argumente

Jetzt zählen die besseren Argumente

Gestern war ich auf einer Tour durch die Oberländer Supermärkte. Beruflich, wohlgemerkt. Was ich da gesehen habe, hat mich irritiert. Die Regale waren halb leer. Wo es noch was gab, luden sich die Leute die Einkaufswagen voll mit Pasta und Büchsentomaten, Reis, Toilettenpapier und Tiefkühlgemüse.

Solche Hamsterkäufe sind doch einfach nur erbärmlich. Zwar gilt seit der Steinzeit: Du musst nicht schneller sein als der Säbelzahntiger, sondern lediglich schneller als dein Höhlennachbar, der neben dir ebenfalls um sein Leben rennt. Dass es mir die Konkurrenz so leicht machen würde, hätte ich vor der Corona-Krise allerdings nicht gedacht. Also bitte, wo bleibt da die Herausforderung?

Denn was man in einer solchen Situation braucht, das sind zuallerst einmal Mistgabeln und Fackeln. Schliesslich kommt man in jedem Ausnahmezustand früher oder später an den Punkt, wo man es der Obrigkeit so richtig zeigen will. Immerhin war sie es, die das Virus gezüchtet und freigesetzt hat. Kann man jetzt überall in den Kommentarspalten lesen oder auf Youtube sehen.

Klopf-klopf, her mit den Vorräten!

Doch was macht ihr Hamsterer, wenn ihr vor dem Stadthaus steht und die Herausgabe der Schuldigen verlangt? Mit Toilettenpapier werfen? Nein! Mistgabeln und Fackeln sind die einzige Sprache, die die da oben verstehen.

Deshalb ging ich statt zum Discounter in den Baumarkt und bin jetzt stolzer Besitzer nicht nur einer Mistgabel und einer Fackel, sondern auch einer schicken Carbonaxt und eines 5-Kilo-Vorschlaghammers. Wenn ich damit bei euch anklopfe und um die Herausgabe sämtlicher Vorräte bitte, könnt ihr mich und meine hungrigen Freunde natürlich mit dem gehorteten Desinfektionsmittel bespritzen oder euch mit TK-Brokkoli verteidigen, ändern wird sich dadurch nicht wirklich was. Gerade in schweren Zeiten geht es schliesslich darum, wer das bessere Argument hat. Grobes Werkzeug ist ein Argument.

Und sind wir ehrlich: Wir alle wissen, dass das Virus früher oder später mutieren wird. Dann braucht ihr euch keine Sorgen mehr zu machen wegen dem bisschen Husten und Fieber und den harmlosen Plündereien, sondern müsst euch gegen zombieähnliche Gestalten zur Wehr setzen, die marodierend durch die Quartiere ziehen und euch das Hirn aussaugen und mit euren Gedärmen Seilhüpfen wollen.

Was wollt ihr dann tun? Die wütenden Horden mit Spaghetti erstechen oder in Tomatensugo ertränken. Viel Erfolg wünsche ich. Während ihr euch an der Supermarktkasse die Beine in den Bauch gestanden habt, war ich im Getränkemarkt und hab meinen Spirituosenvorrat aufgestockt. Und jetzt bin ich der Typ mit den Molotowcocktails. Wer muss da wohl mehr Angst haben um sein Gehirn?

Das beste aber ist: Wenn das Ganze wider Erwartens doch ohne Anarchie und den totalen Zusammenbruch sämtlicher staatlicher Institutionen enden sollte, dann seid ihr diejenigen, die ein halbes Jahr lang Nudeln mit Tomatensauce essen müsst. Ich dagegen lasse mich einfach gepflegt volllaufen und stosse auf euch an, ihr Idioten. Prösterchen!

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