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Insiderinfos zum «Brienzer Rutsch» für Zürcher Feuerwehren

Delegierte von Feuerwehren aus dem ganzen Kanton Zürich versammelten sich in Bauma und erfuhren dabei unter anderem, wie ihre Büdner Kollegen vom grossen Bergrutsch in Brienz gefordert waren.

Roland Farrér erläuterte in seinem Referat in Bauma, mit welchen Aufgaben und Problemen die Sicherheitsorganisationen beim «Brienzer Rutsch» konfrontiert waren.

Foto: Ernst Hilfiker

Insiderinfos zum «Brienzer Rutsch» für Zürcher Feuerwehren

Bauma

Der massive Bergrutsch im bündnerischen Brienz brachte den Sicherheitsorganen enorm Arbeit – und löste starke Emotionen aus. Was das konkret bedeutet, erfuhren Zürcher Feuerwehrleute in Bauma.

Es war für einmal ein Vertreter aus den eigenen Reihen, der mit dem traditionellen Gastreferat die Delegiertenversammlung (DV) des Kantonalen Feuerwehrverbands Zürich (KFV ZH) eröffnete. Doch Roland Farrér, Zentralpräsident des Schweizerischen Feuerwehrverbands (SFV), sprach am Anlass vom Freitagabend in Bauma nicht über ein feuerwehrtypisches Thema, sondern über ein geologisches. Und eines, das die ganze Schweiz bewegte: den Bergsturz, der Hunderttausende Kubikmeter Fels in das kleine Bündner Dorf Brienz hinunterschob.

Ein Einsatz, der Jahre dauert

Farrér, bis Ende 2025 Kommandant der Feuerwehr der Gemeinde Albula, zu der auch die Fraktion Brienz gehört, war an vorderster Front dabei. Bei einem Ereignis, das «kein normaler Einsatz war», denn dieser Einsatz läuft schon seit Jahren und dauert an.

Weil die Gefahr der seit langer Zeit rutschenden Hänge oberhalb des Dorfs immer grösser wurde, hatte man früh mit der Planung für eine allfällige Evakuation begonnen. Der Feuerwehr wurden dabei mehrere Aufgaben übertragen, etwa die Mithilfe bei der Evakuierung und das Absperren des Dorfs – und natürlich das Sicherstellen des weiterhin laufenden Tagesgeschäfts.

All diese Massnahmen zu planen, zu üben und dann tatsächlich auch durchzuführen, habe «einen enormen Zeitaufwand» erfordert und das Milizsystem an die Grenzen gebracht. «Es war eine sehr schwierige Zeit», sagte Farrér mehrmals in seinem Referat, das die über 170 DV-Teilnehmer fesselte.

Wenn man dem Kollegen den Zutritt ins Dorf verbieten muss

Schwierig unter anderem, weil man etwa den psychologischen Faktor unterschätzt habe. Zum Beispiel, wenn ein Feuerwehrmann einem Feuerwehrkollegen den Zutritt zum Dorf verbieten musste. Solche Situationen und teilweise auch Aggressionen, mit welchen die Sicherheitsorganisationen konfrontiert waren, seien äusserst herausfordernd gewesen. Und dass es in einer Extremlage wie dem «Brienzer Rutsch», wie das Ereignis heute offiziell heisst, «100’000 ‹Spezialisten› hat, und alle wissen es besser», das habe die Sache nicht einfacher gemacht.

Hinwiler Präsident bestätigt

Die DV selbst ging dann schnell über die Bühne, und alle Geschäfte passierten praktisch einstimmig. In seinem Jahresrückblick streifte KFV-Präsident Beat Hirter (Hinwil) unter anderem das grosse Engagement des Verbands im Abstimmungskampf um die für die Feuerwehr bedeutende Mobilitätsinitiative. Die Vorlage wurde schliesslich mit 56 Prozent Ja-Stimmen angenommen und damit eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 verhindert.

Hirter und seine Vorstandskollegen wurden in ihrem Amt bestätigt. Mit dem Eintritt von Daniel Brandenberger (Hombrechtikon) gab es im Vorstand aber eine personelle Rochade.

Zum Abschluss lieferte ein Vertreter der Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ) noch die provisorischen Kernzahlen zum Jahr 2025. Die über 6800 Zürcher Feuerwehrleute waren zu Einsätzen ausgerückt, bei denen ein Totalschaden von fast 50 Millionen Franken entstand. Über die Hälfte der zehn grössten Feuerschäden betraf Wohnhäuser.

 

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