Giftköder auf dem Parkplatz Au? Die Polizei weiss von nichts
Besorgte Hündeler
Giftköder-Alarm in Wila? Eine Facebook-Warnung sorgt für Aufregung. Doch die Polizei weiss nichts davon – und hat wenig Freude an solchen Aufrufen.
«Giftköder ufem Parkplatz Au Saland entdeckt … passet uf Euri Hünd uf.» Diese Nachricht mit weissen Buchstaben auf blauem Hintergrund hat ein Mitglied der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Wila, wenn …» am Sonntagabend geteilt. Der TCS-Parkplatz liegt im Weiler Au in der Gemeinde Wila und ist bei Ausflüglern beliebt.
Die Nachricht über die angeblichen Giftköder verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Bis zum Montagmittag wurde der Beitrag über 100-mal geteilt – und fand auch den Weg in die Statusmeldungen zahlreicher Whatsapp-User. Die Hündeler-Community im Tösstal scheint besorgt.
Doch eine Frage in der Kommentarspalte bleibt unbeantwortet: Ob der Giftköder denn durch einen Tierarzt oder die Polizei bestätigt wurde.
117 statt Facebook
Laut der Website Dogorama, wo Nutzer Giftköder-Warnungen eintragen können, soll es sich um Rattengift in Salamischeiben handeln. Bestätigt ist diese Information nicht. Denn die Kantonspolizei weiss nichts von den angeblichen Giftködern auf dem Parkplatz Au. Entsprechende Meldungen sind laut Mediensprecher Ralph Hirt bisher keine eingegangen, wie er auf Anfrage mitteilt.
Generell sieht die Polizei solche Facebook-Posts kritisch. «Die Kantonspolizei unterstützt eigenmächtige Fahndungshinweise in den sozialen Medien nicht», erklärt Hirt. So könnten allenfalls laufende Ermittlungen gefährdet werden. «Das Warnen einer breiten Öffentlichkeit ist Sache der Polizei.»
Wer einen verdächtigen Gegenstand findet, sollte laut Hirt sofort die Polizei benachrichtigen und auf deren Eintreffen warten. «Dann wird der Köder zur Untersuchung fachgerecht sichergestellt.»
