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Muss der Veloweg in Maur nach dem Unfall entschärft werden?

Zwei Velofahrer prallen frontal zusammen und verletzen sich schwer. Die Unfallstelle ist als heikel bekannt, gilt aber nicht als Unfallschwerpunkt.

An dieser Stelle kam es am Wochenende zu einem schweren Velounfall.

Foto: Luca Da Rugna

Muss der Veloweg in Maur nach dem Unfall entschärft werden?

Heikle Stelle

Eine Frontalkollision zwischen zwei Velofahrern auf einem Radweg in Maur brachte am Wochenende beide ins Spital. Die Unfallstelle ist als gefährlich bekannt; ein Unfallschwerpunkt ist sie nicht.

Es ist ein eher ungewöhnlicher Unfall: Auf dem Radweg in Maur prallen am Samstag zwei Rennvelofahrer frontal ineinander. Ein Rettungshelikopter muss ausrücken. Beide Fahrer müssen ins Spital gebracht werden.

Der Veloweg liegt parallel zur Fällandenstrasse, unweit des Campingplatzes Maurholz. Auch am Montagmorgen sind hier Rollerblader und Velofahrer unterwegs. Mit einer beträchtlichen Geschwindigkeit steuern sie auf die Kurve zu, an der zwei Tage zuvor der folgenschwere Unfall passiert ist.

Und das, obwohl die Stelle total unübersichtlich ist. Büsche und Bäume verdecken die Sicht. Der Radweg macht einen 90-Grad-Knick.

Eine Verbotstafel mitten in einer Landschaft mit einem Feldweg.
Die Stelle erscheint eher unscheinbar. Doch wer sie mit einem gewissen Tempo passiert, geht ein Risikon ein.

«Ich fahre hier zwar regelmässig durch, da die Strecke wunderschön ist. Meist bin ich aber eher langsamer unterwegs, da ich auf den Rollen nicht gerade ein Profi bin», sagt eine Rollerbladerin. Die spitze Kurve ist ihr deshalb noch nie speziell aufgefallen. «Aber jetzt, wo Sie mich darauf ansprechen, fällt mir auf, wie gefährlich die Stelle tatsächlich ist.»

Ein Velofahrer relativiert die Gefahr und verweist auf den gesunden Menschenverstand. «Selbst wenn ich mit einem gewissen Tempo unterwegs bin, sehe ich die Kurve schon früh und weiss, dass ich wegen der Büsche nicht sehe, wer oder was mir entgegenkommen könnte.»

Es sei deshalb absolut normal, dass man an einer solchen Stelle seine Geschwindigkeit drossle. «In Unterführungen ist das nicht anders. Da fährt man ja auch nicht unachtsam mit 40 km/h hinein.» Unfälle könnten allen fast überall passieren. Doch wer vernünftig unterwegs sei, der könne das Risiko erheblich reduzieren, meint der Velofahrer weiter.

Kein Unfallschwerpunkt

Zuständig für die Überprüfung von Strassen und Wegen im Kanton Zürich ist massgeblich die Kantonspolizei. Sie stuft die Unfallstelle nicht als besonders gefährlich ein. Zumindest hätten sich in den vergangenen Jahren die Unfallzahlen an der entsprechenden Stelle nicht gehäuft.

Allerdings: Die Kantonspolizei beschäftigt sich vorwiegend mit schweren Unfällen, wie jener vom Wochenende einer war. Über «Beinahe»-Unfälle oder kleinere Vorkommnisse hat die Polizei in den meisten Fällen keine Kenntnis.

Eine Entschärfung der Stelle oder Massnahmen zur Verbesserung sind aus diesem Grund auch kein Thema. Wie sieht es aber mit einer Optimierung der Übersichtlichkeit aus? Ein Spiegel vielleicht?

Aufgabe des Kantons

Der Veloweg, eine Schweiz-Mobil-Route für Fahrräder und Rollerblades, liegt zwar auf Maurmer Gemeindegebiet, gehört aber dem Kanton. Der Unterhalt liegt entsprechend in der Hoheit vom Tiefbauamt.

Auf Anfrage beim kantonalen Tiefbauamt heisst es: Die Grundeigentümer würden kontinuierlich dazu aufgefordert, Bäume und Büsche aus dem Strassenraum herauszuschneiden. Der Augenschein vor Ort zeigt aber, das Problem liegt nicht an Ästen, die über die Grundstücksgrenze hinausragen. So wie die Kurve um das Gelände biegt, werden Bäume und Sträucher auf dem privaten Grundstück zu einer undurchsichtigen Wand.

Doch auch beim Tiefbauamt heisst es, die Stelle sei dem Kanton nicht als Unfallschwerpunkt bekannt. Deswegen seien auch keine Massnahmen geplant. Der Kanton nehme in seinem Zuständigkeitsbereich regelmässig den Sicherheits- und Grünschnitt vor.

Der letzte Sicherheitsschnitt liege einen Monat zurück. Zudem stehe in diesem Monat noch der naturnahe Grünpflegeunterhalt an. Auf die unübersichtliche Kurve dürfte beides keinen Einfluss haben. Die Bäume und Sträucher, die die Sicht auf den Radweg versperren, befinden sich auf einem privaten Grundstück.

Wie und warum es an der als heikel bekannten Stelle am Samstag zur folgenschweren Frontalkollision der beiden Radfahrer kam, klärt die Polizei noch ab.

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