«Kein aggressiver Bewohner» – so reagiert das Pflegezentrum
Messerangriff in Bauma
Am Donnerstagnachmittag kam es zu einer Messerattacke zwischen zwei Bewohnern des Pflegezentrums Bauma. Einen so schweren Vorfall gab es noch nie in der Geschichte der Institution.
Am Donnerstagnachmittag kam es im Pflegezentrum Bauma zu einem schweren Vorfall: Ein Bewohner griff einen seiner Mitbewohner mit einem Messer an und verletzte ihn dabei so schwer, dass er mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Spital gebracht werden musste.
Das Pflegezentrum Bauma hat sich auf die Langzeitbetreuung von erwachsenen Personen mit stark chronifizierten psychiatrischen Erkrankungen spezialisiert. Es ist eingerichtet für stationäre und für temporäre Aufenthalte.
Die Bewohner und Mitarbeiter, die den Vorfall miterlebt haben, werden laut Alfred Weidmann, dem Geschäftsführer des Pflegezentrums Bauma, begleitet. Zudem wird eine externe Unterstützung angeboten. Am Freitagnachmittag äusserte sich das Pflegezentrum in einem schriftlichen Statement: Der Vorfall täte ihnen leid.
Ermittlungen laufen
Ein solches Ereignis gab es laut Weidmann bisher noch nie: «Es kam gänzlich überraschend». Was die Gründe des Messerangriffs waren und wie es zu der Attacke gekommen ist, wird zurzeit von der Kantonspolizei Zürich ermittelt.
Der betroffene Bewohner ist laut Weidmann bisher nie negativ aufgefallen. Es handle sich auch nicht um einen aggressiven Bewohner. Er lebte auf der offenen Abteilung des Zentrums und konnte sich frei bewegen.
Im Pflegezentrum Bauma gibt es die Möglichkeit für einen Aufenthalt in einer betreuten, offenen Station oder auf einer geschützten Abteilung. «Der Vorfall ereignete sich auf der offenen Abteilung», erzählt Weidmann. Da würden auch keine Einschränkungen zu Gegenständen für den Alltagsgebrauch gemacht. Aber Waffen und entsprechend gefährliche Gegenstände werden nicht toleriert.
«Wir sind kein Gefängnis»
Bevor ein Bewohner ins Pflegeheim komme, gebe es wichtige Abklärungen und sehr strenge Ausschlusskriterien. Bei einer Aufnahme eines neuen Bewohners seien sie stets im Austausch mit externen Arbeitspartnern, erklärt Weidmann weiter. Die Kontaktaufnahmen mit dem Pflegezentrum sind sehr verschieden, geschehen aber vor allem über Sozialdienste und Beistände, manchmal auch über Angehörige.
«Wir sind kein Gefängnis und nehmen keine Personen auf, bei denen von einer akuten Gefahr ausgegangen werden muss», betont Weidmann. Dies stellte das Pflegezentrum bereits im vergangenen November mit einer Stellungnahme auf seiner Website klar, nachdem offenbar eine Medienanfrage in diesem Zusammenhang eingegangen war.
«Ein Merkmal, das uns im Vergleich zu anderen Institutionen vielleicht etwas spezieller macht, ist, dass wir beide Optionen anbieten – die einer geschlossenen und die einer offenen Abteilung.» Ausserdem seien die Aufenthaltszeiten meist länger als in einer vergleichbaren Einrichtung.
Laut der Kantonspolizei Zürich gibt es noch keine weiteren Informationen zum Gesundheitszustand der schwer verletzten Person. Sie befindet sich immer noch im Spital und musste mehrfach operiert werden.