Feuerwehr erhält Depot in Schmidrüti – und eine Fritteuse
Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg
Mit Blaulicht, Sirene und Pommes frites hat die Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg das neue Depot in Schmidrüti eingeweiht. Die Minimallösung hat auch ganz moderne Elemente.
Von aussen wirkt das neue Feuerwehrdepot neben dem Schulhaus Schmidrüti ziemlich unscheinbar: Es bietet Platz für ein sogenanntes Ersteinsatzfahrzeug, das ist ein kleineres Feuerwehrauto, für zwei Garderoben, Technik, eine kleine Küche und ein Bad.
Trotzdem hat es fast zehn Jahre gedauert, bis das Gebäude am Freitagabend eröffnet werden konnte. Bei Christian Wullschleger, dem Kommandanten der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg, ist die Freude dementsprechend gross, dass das neue Depot endlich steht. «Es ist extrem wichtig, dass wir ein neues Feuerwehrdepot haben.»
Denn auch im Gebiet Pirg hätten die Leute ein Anrecht, dass die Feuerwehr in gut zehn Minuten bei einem Einsatz sei. Beim alten Feuerwehrdepot auf dem Militärareal war das nicht möglich. «Man musste mit einem Schlüssel ein Tor öffnen, um zum Depot zu gelangen.» So sei immer wertvolle Zeit verstrichen.
Zwei Garderoben nur in Schmidrüti
Lange wurde deshalb ein neuer Standort gesucht. Schliesslich konnte man sich mit der Primarschulgemeinde einigen, die neben dem Schulhaus Schmidrüti ein Stück Land im Baurecht zur Verfügung stellte.
Für Wullschleger ist das neue Gebäude eine Minimallösung. «Aber das Minimum, das reicht», betont er. Die Einsatzhygiene beispielsweise finde weiterhin im grossen Depot Turbenthal statt. «Wir fahren hier sauber raus und sauber wieder rein.»
Das war einfach ein Ort, um das Auto abzustellen.
Andri Furrer, Zugchef
Falls eines Tages kein Lastwagenchauffeur mehr verfügbar sein sollte, hätten auch zwei kleinere Transporter im Depot Platz. Und es gibt getrennte Garderoben für Männer und Frauen – das ist bei der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg nur in der Schmidrüti der Fall.
Schneller in Wila als im Depot
Auch Andri Furrer, der Zugchef des Zugs 3 aus der Schmidrüti, ist froh über das neue Depot. Der alte Standort sei nicht mehr tragbar gewesen. «Das war einfach ein Ort, um das Auto abzustellen. Das war kein Depot, nur eine Garage.»
Oftmals waren die Feuerwehrleute aus dem Pirg schneller in Wila. Sehr selten war man deshalb mit dem Feuerwehrauto aus der Schmidrüti ausgerückt. «Meistens nur noch bei einem grossen Brand.»
Und ein Feuerwehrangehöriger ergänzt: «Einst musste ich zu einem First-Responder-Einsatz.» Das ist ein Ersthelfereinsatz bei einem medizinischen Notfall. Bis er den Rucksack dafür im Depot geholt hatte, waren die Kollegen aus Wila bereits vor Ort.
Zugchef Furrer weiss aber auch, dass es kritische Stimmen zum Bau gab. Obwohl der Entscheid an der Gemeindeversammlung 2021 deutlich war, waren nicht alle glücklich über den neuen Standort. Denn ein Teil der Fussballwiese beim Schulhaus Schmidrüti musste für ihn weichen.
«Ich bin Vater von vier Kindern, und die haben natürlich ein bisschen die Nase gerümpft», sagt er. Aber die Schülerinnen und Schüler hätten immer noch genug Platz zum Spielen.
«Zum Heulen»
Seit Freitagabend ist das neue Feuerwehrdepot offiziell eingeweiht. Der Festakt wurde im Rahmen der Sommerschlussübung durchgeführt. Unter Applaus der Feuerwehr – und mit Blaulicht und Sirene – lenkte Fredi Gadient das Fahrzeug ins Depot.
Anschliessend überreichte die Turbenthaler Gemeinderätin Kathrin Fenner (FDP) offiziell den Schlüssel aus Zopf an die Feuerwehr.
Feuerwehrkommandant Wullschleger hatte zur Feier des Tages auch einige Geschenke dabei. So zum Beispiel Küchenpapier. «Das erinnert auch daran, dass es im ganzen Prozess zum neuen Depot manchmal einfach zum Heulen war.»
«Kein Brot, kein Salat»
Er brachte aber unter anderem auch einen Trichter, Frittieröl, gefrorene Pommes frites und natürlich eine Fritteuse mit.
«Ihr esst hier ja keinen Salat und kein Brot», sagte der Kommandant mit einem Schmunzeln über die Essgewohnheiten der Feuerwehrangehörigen aus dem Pirg.
So gab es denn auch nach den Reden Würste vom Grill – und natürlich Pommes frites. Brot zur Wurst war aber ebenfalls verfügbar.
Die Sommerschlussübung
Bevor das Feuerwehrdepot in Schmidrüti offiziell eingeweiht wurde, fand die traditionelle Sommerschlussübung der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg statt. Diese hatte mit Feuerlöschen aber wenig zu tun. Es gab einen kleinen Postenlauf.
So mussten die Feuerwehrangehörigen beispielsweise sich im Skibrettlaufen und Sackhüpfen messen oder das Gewicht von Gegenständen richtig schätzen. Das Gelächter war laut, die Stimmung ausgelassen.
Das freute besonders die Turbenthaler Gemeinderätin Kathrin Fenner. Sie ist stolz auf die Feuerwehr in den drei Gemeinden Turbenthal, Wila und Wildberg. «Sie haben einen guten Teamgeist», sagt sie. Das spreche sich herum und mache die Feuerwehr attraktiv.