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Tempo 30 auf der Usterstrasse sorgt für Ärger

Seit Ende August gilt auf Teilen der Usterstrasse in Wetzikon Tempo 30. Doch die Situation ist für viele unbefriedigend. Der Stadtrat sucht nach Lösungen.

Foto: Ljilja Mucibabic

Tempo 30 auf der Usterstrasse sorgt für Ärger

Rund 12’000 Fahrzeuge durchqueren täglich die Usterstrasse in Wetzikon. Und die erzeugen Lärm. So viel Lärm, dass die Stadt das Tempo auf 30 Kilometer pro Stunde reduzieren musste.

«Das schreibt uns die Lärmschutz-Verordnung des Bundes vor», erklärt der zuständige Stadtrat Heinrich Vettiger (SVP). Im Winter 2021 hat der damalige Gesamtstadtrat eine Verkehrsanordnung publiziert, Ende August wurde die Tempo-30-Zone eingeführt.

Sie betrifft nicht nur die Usterstrasse im Abschnitt zwischen der Juhee- und der Buchgrindelstrasse, sondern auch Teile des Seegräbner-, Buchgrindel- und Haldenstrasse.

Man sieht eine Karte von Robenhausen, auf der die Tempo-30-Zonen eingezeichnet sind.

In einer Tempo 30 Zone gilt generell Rechtsvortritt – auch auf dem Abschnitt der Usterstrasse. Ebenso wurden im Gebiet zahlreiche Fussgängerübergänge entfernt.

Einfachere Einfahrt 

Das sorgt laut Anwohnern angeblich immer wieder für brenzlige Situationen. Ein Augenschein vor Ort zeigt aber: Die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer scheinen sich bereits ans neue Verkehrsregime gewöhnt zu haben.

Das bestätigt auch Anwohner Mark Weber: «Am Anfang gab es einige Verwirrungen, in der Zwischenzeit funktioniert es meistens, aber nicht immer.»

Auf dem Foto sieht man einen Mann mit weinrotem Pullover, der vor einem ehemaligen Fussgängerübergang steht.

Weber mag den neuen Regeln Positives abgewinnen. «Bisher war es schwierig, bei viel Verkehr aus den Nebenstrassen in die Usterstrasse zu fahren», sagt er. Dank des Rechtsvortrittes sei das nun einfacher.

Lärm durch Gehupe

Weniger Freude an der neuen Zone hat hingegen Bettina Scherrer, die ebenfalls in der Gegend wohnt. «Ich finde es unnötig, dass so viele Fussgängerstreifen aufgehoben wurden», erklärt die Mutter, die gerade zu Fuss mit ihrem vierjährigen Kind unterwegs ist.

Das Überqueren der Strasse werde so unnötigerweise erschwert. Ohnehin erachtete sie die Tempo-30-Zone als wenig sinnvoll. «Es hat vorher ja auch funktioniert», meint sie.

 

Auf dem Foto sieht man eine Kreuzung mit zwei Autos. Der Rechtsvortritt wird gewährt.

Auch eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht preisgeben möchte, sieht Nachteile in den neuen Verkehrsregeln.

«Vor allem in den Hauptverkehrszeiten, wenn auch die Schulkinder unterwegs sind, gibt es immer ein grosses Chaos.» Oft werde auch gehupt. Das sorge für unnötigen Lärm. «Der Rechtsvortritt funktioniert überhaupt nicht», ist sie überzeugt. 

Trotz dieser Beobachtung: Der Kantonspolizei sind keine Unfälle in diesem Bereich bekannt, wie deren Medienstelle auf Anfrage mitteilt. 

Sicherer Schulweg

Die Tempo-30-Zone in Robenhausen beschäftigt indessen nicht nur die Anwohnerinnen und Anwohner. Sie war auch Thema an der letzten Sitzung des Wetziker Parlaments.

«Die aktuelle Lösung ist nicht optimal, vor allem auf der Usterstrasse.»
Heinrich Vettiger (SVP), Stadtrat 

Zeno Schärer (SVP) bezeichnete die Situation im Bereich der Usterstrasse als ungenügend und «halbgar». Es müsse nachgebessert werden, vor allem für die Sicherheit der Fussgängerinnen und Fussgänger.

Anpassungen geplant 

Bei der Stadt und auch bei Vettiger persönlich sind zur neuen Tempo-30-Zone diverse Beschwerden eingegangen.  Für weiteren Ärger sorgen neben den fehlenden Zebrastreifen Verengungen auf den Nebenstrassen sowie der Rechtsvortritt auf der Usterstrasse.

«Die aktuelle Lösung ist nicht optimal, vor allem auf der Usterstrasse», findet der zuständige Stadtrat.  Das erlebt er auch selber, wenn er mit dem Fahrrad oder im Auto unterwegs ist.

Bald wird vor Ort eine Begehung mit den verantwortlichen Stellen stattfinden. «Mit dem Ziel, wenn immer möglich Anpassungen vorzunehmen», sagt Vettiger. 

Wie diese genau aussehen werden, dazu kann er noch keine Aussage machen. «Aber ich bin zuversichtlich, dass wir Lösungen finden.»

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