Was die Anklagebehörde dem Pärchen vorwirft, das kürzlich vor dem Bezirksgericht Hinwil stand, erinnert ein bisschen an einen billigen Krimi. Ein heute 47-Jähriger soll Ende September 2019 eine Spielzeugpistole gekauft und sie danach schwarz angemalt haben. Mit der laut Anklage nun «täuschend echt aussehenden» Pistole machte er sich im Auto auf nach Gibswil (Fischenthal), wobei die Nummernschilder des Wagens mit weissem Malerklebband abgedeckt waren. Vor dem Volg hielt er an, vermummte sich mit zwei T-Shirts, zog zusätzlich noch eine Sonnenbrille an und betrat das Geschäft.
«Die Geschädigte fürchtete um ihr Leben.»
Anklageschrift zur Situation der Volg-Verkäuferin
Dort bedrohte er die Verkäuferin und kommandierte sie «hinter d’Kasse». Die Volg-Mitarbeiterin, «welche davon ausging, dass er sie mit einer echten Faustfeuerwaffe bedroht, fürchtete um ihr Leben». Deshalb öffnete sie die Kasse, der Mann nahm die Geldschublade mit rund 3000 Franken Inhalt, rannte aus dem Laden und fuhr mit dem Auto weg.
Auch Autos «ausgeräumt»
Tage zuvor soll der Mann gemäss Anklage zudem fünf Diebstähle, meistens aus Autos, in Oetwil am See, Wetzikon, Gossau, Hinwil und Dürnten begangen haben. Dabei machte er eine Beute von ein paar wenigen tausend Franken und richtete – weil er bei den Autos jeweils mit einem Stein die Scheiben eingeschlagen hatte – oft recht hohen Sachschaden an.

