Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Blaulicht

Das Brandjahr 2020

Es brennt und brennt und brennt: Im Oberland sind in diesem Jahr auffällig viele und verheerende Brände zu verzeichnen. Schuld daran ist das Wetter – und die Coronakrise.

Zerstörerisches Feuer: Im laufenden Jahr hat es in der Region - hier in Rüti - häufig gebrannt.

Feuerwehr Rüti

Das Brandjahr 2020

Alles wie gehabt zum Jahresauftakt: Ein Christbaum hier und ein Zeitungsbündel da, die Feuer fangen. Doch gegen Ende Januar folgt der erste Grossbrand: Ein leerstehendes Bauernhaus in Bauma brennt ab. Und kurz darauf folgt das Jahrhundertereignis, wieder in Bauma: Im Unteren Wolfsberg fällt gleich ein ganzer Weiler den Flammen zum Opfer. Damit noch nicht genug. Nur zwölf Tage darauf heulen in Uster die Sirenen. Ein Bauernhof wird durch ein Grossfeuer zerstört.

Und seither ist kaum eine Woche vergangen, dass im Oberland nicht ein weiteres verheerendes Feuer ausgebrochen wäre. Phasenweise hat es sogar im Tagesrhythmus gebrannt. Diese auffällige Häufung bestätigt auch der oberste Brandermittler im Kanton, der Gossauer Bruno Fierz, Dienstchef Brände/Explosionen bei der Kantonspolizei Zürich. Er stellt allerdings fest, dass dieses Jahr nicht nur in der Region, sondern kantonsweit sehr feurig ist.

Ein Sprung nach oben

In der Region sind seit Jahresbeginn schon gegen 50 Brände gezählt worden, die es in die Schlagzeilen geschafft haben. Daneben gibt es viele Fälle, die ohne Polizei- oder sogar ohne Feuerwehreinsatz enden, sich aber dann in der Statistik der Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ) niederschlagen.

In den letzten drei Jahren ist die Zahl der Brandfälle in den drei Bezirken Hinwil, Pfäffikon und Uster konstant nach unten gegangen. In der Endabrechnung dürfte das 2020 jedoch wieder einen Sprung nach oben bringen.

Enorme Schäden 

Noch markanter dürfte der Ausschlag nach oben bei der Schadensumme ausfallen. Im Jahr 2019 wurde pro Bezirk etwa ein Sachschaden von je 2,5 Millionen Franken bei der GVZ verbucht.

Im 2020 dürfte sich diese Summe noch vor Jahresmitte auf grob geschätzte über 2 Millionen im Bezirk Hinwil, über 3,5 Millionen im Bezirk Uster und 6 Millionen im Bezirk Pfäffikon belaufen. Dort macht alleine der Grossbrand im Unteren Wolfsberg 4 bis 5 Millionen Franken aus. In den angrenzenden Gemeinden Turbenthal, Zell, Hombrechtikon sowie Oetwil kommen Sachschäden von gegen 2 Millionen Franken zusammen.

Teure Brände mit rund einer Millionen Franken oder mehr Schaden hat es in den Vorjahren relativ wenige gegeben. 2019 waren das ein Mehrfamilienhaus in Uster, eine Zimmerei in Weisslingen und ein Recyclingbetrieb in Hinwil; im 2018 ein Scheunenbrand in Russikon mit sieben Verletzten sowie ein Feuer in einer Tiefgarage in Schwerzenbach mit einem Verletzten. 2017 ereignete sich ein 1,7 Millionen Franken teurer Brand in einem Fabrikgebäude in Adetswil sowie eine Werkstatt in Illnau-Effretikon, die in Flammen aufging.

In jenem Jahr zeigt sich am Beispiel des Bezirks Pfäffikon, dass auch viele kleinere Ereignisse zu einer grossen Schadenssumme führen können. Die 5,2 Millionen Franken verteilen sich auf 78 Fälle, darunter viele Blitzeinschläge. Alleine 4,6 Millionen läpperten sich aber bei 19 Ereignissen zusammen, deren Brandursache nicht festgestellt werden konnte.   

Häufung ist erklärbar

Fierz hat für die vielen Brände im 2020 eine Erklärung: In erster Linie ist das Wetter, zuerst windig, dann sehr trocken, schuld, in zweiter aber auch die Coronakrise. Grillieren auf Balkonen und Sitzplätzen ist nicht ganz ungefährlich. Brandstifterserien sind laut dem Brandermittler im laufenden Jahr aber kein Problem. 

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns