Blaulicht

So verhalten Sie sich richtig im Kolonnenverkehr

Die Baustellensaison steht mit den Arbeiten in Hinwil oder beim Brüttiseller Kreuz bereits in voller Blüte. Wie man sich in Baustellenstaus optimal verhält, zeigt eine Studie.

Um zusätzlichen Stau im Baustellenbereich zu vermeiden, müssen Autofahrer ein paar einfache Regeln berücksichtigen. (Foto: Seraina Boner)

So verhalten Sie sich richtig im Kolonnenverkehr

Bereits im normalen Verkehr stossen einige Verbindungsstrassen im Oberland an ihre Kapazitätsgrenzen. Diesen Frühling haben die Autofahrer noch zusätzlich mit Baustellen an neuralgischen Punkten zu kämpfen. Und das noch vor Beginn der traditionellen Baustellensaison in den Sommermonaten. Die gute Nachricht: Die Autofahrer haben es bis zu einem gewissen Grad selbst in der Hand, dass sich Staus schneller auflösen oder gar nicht erst bilden.

Der «Stau aus dem Nichts»

Das Bundesamt für Strassen (Astra) gibt auf seiner Website Tipps zum richtigen Verhalten in Stausituationen. In einem Experiment der Universität Köln wurde der sogenannte «Stau aus dem Nichts» erforscht. Dabei traten drei menschliche Fehlverhalten zutage, die es zu vermeiden gilt (siehe Video).

Erstens: Zu dichtes Auffahren. Dies kann ein abruptes Abbremsen des ersten und aller folgenden Autos auslösen. Zweitens: Zu schnelles Aufschliessen und dadurch bedingtes ebenso schnelles Abbremsen. Drittens: Die geistige Unterforderung in zäh fliessendem Verkehr führt dazu, dass der ausreichende Abstand nicht eingehalten wird. Das liege daran, dass die Autofahrer mit ihren Gedanken abschweiften.

Dass es häufiger als nötig zu Staus kommt, hat gemäss der Studie einen einfachen aber einleuchtenden Grund: Die Fahrer, die den Stau verursachen, erleben die Folgen ihres kurzsichtigen Handelns gar nicht. Dies, weil der Stau meist erst eine ganze Reihe Fahrzeuge hinter dem Verursacher beginnt und sich entgegen der Fahrtrichtung fortbewegt. Der Stauverursacher erhalte damit keine unmittelbare Rückmeldung und kann sein Verhalten nicht in Frage stellen.

Gefährliches Gaffen

Ein Stau birgt neben Verzögerungen auch das Risiko für Unfälle. Erst kürzlich kam es auf der A1 beim Brüttiseller Kreuz zu mehreren Auffahrunfällen. Deshalb macht das Astra Hinweise zum Verhalten in einem Stau. So solle man auf der Autobahn die Warnblinkanlage einschalten und den Verkehr beobachten. Es wird empfohlen, langsam zu bremsen, um ein Auffahren des rückwärtigen Fahrzeugs zu vermeiden. Zudem gelte es, beim «Auffahren» auf den Stau genügend Sicherheitsabstand einzuhalten. Bei einem stillstehendem Stau empfiehlt das Bundesamt, den Motor auszuschalten. In einem Tunnel erhalte dies den Sauerstoffgehalt der Luft.

Besonders gefährlich sei ein Abbremsen an der Unfallstelle, etwa um die Rettungsmassnahmen zu beobachten. Wegen Gaffern werde erstens der Verkehrsfluss behindert und es zweitens zu Auffahrunfällen kommen könne, da auch die übrigen Fahrer ihre Aufmerksamkeit auf die Rettungsmassnahmen richten könnten.

Was tun bei einem Unfall?

Schliesslich noch ein paar Astra-Verhaltensregeln, wenn es bereits zu einem Unfall gekommen ist. Auf Autobahnen sollten Lenker in der Mitte der zwei Fahrstreifen für Einsatzfahrzeuge eine Rettungsgasse freilassen. Bei drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen zwischen dem linken äusseren und dem zweiten Fahrstreifen von links. Blockiert ein Fahrzeug die Pannenstreifen, soll zirka zwei Meter vor und hinter dem Hindernis im rechten Fahrstreifen eine Lücke gelassen werden.

Für alle «Schlaumeier»: Es ist übrigens verboten, die Pannenstreifen als Fahrstreifen zu benutzen, etwa um zur nächsten Autobahnausfahrt zu gelangen. Bei noch fliessendem Verkehr sollte zudem jegliches «Kolonnenspringen» vermieden werden.

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