Planung des Pfäffiker Seebistros muss zurück auf Feld eins
Sieg für die Nachbarn
Das Bistro am Pfäffiker Seequai rückt in noch weitere Ferne: Bei einer Begehung kritisierte das Baurekursgericht die Bewilligung für den Seegarten. Jetzt muss ein neues Projekt her.

Im Sommer hätte Gastronom Andreas Brüllmann mit dem Bau von Brüll’s Seegarten, einem Bistro mit 170 Sitzplätzen am Pfäffiker Seequai, beginnen wollen. Doch dazu kommt es nicht.
Brüllmann hat sein Baugesuch zurückgezogen. Zu diesem Schritt entschied er sich nach einer Begehung mit dem Baurekursericht, die im November stattfand. Anwohnende hatten beim Gericht einen Rekurs gegen die Baubewilligung eingereicht.
Vor Ort hatte der zuständige Richter gemäss dem Anwalt der Anwohnenden unter anderem das fehlende Parkierungskonzept oder die fehlende eigene WC-Anlage für Restaurantgäste kritisiert. Es war vorgesehen, dass sie die öffentlichen Toiletten neben dem Bistro nutzen.
Das Gericht stützte damit die Argumente der Einsprecher und kritisierte die Baubewilligung der Gemeinde.
Grosse Enttäuschung
«Nach der Begehung wurde für mich klar, dass es besser ist, das Bauprojekt komplett zurückzuziehen», sagt Brüllmann.
«Wir waren natürlich immer der Meinung, dass wir die Auflagen erfüllen», betont der Gastronom. Schliesslich habe er von der Pfäffiker Baubehörde und dem Kanton die Baubewilligung erhalten.
Aber das Gericht habe das anders gesehen, das müsse man akzeptieren. «Die Enttäuschung ist trotzdem gross. «
Zeitplan noch offen
Da Brüllmann sein Gesuch zurückgezogen hat, wird das Verfahren vor Gericht hinfällig. Kürzlich wurde es als gegenstandslos abgeschrieben. Der Gastronom muss sowohl die Gerichtskosten als auch eine Entschädigung für die Rekurrenten bezahlen.
Wir gehen davon aus, dass es wiederholt zu einem Rekurs kommt. »
Andreas Brüllmann
Gastronom
Fürs Bistro bedeutet das, dass Brüllman nochmals mit der Planung beginnen muss. «Wir sind zurück auf Feld eins.»
Mit einem neuen Konzept muss er dann erneut eine Baubewilligung beantragen. Einen Zeithorizont kann er deshalb noch nicht nennen. «Trotz Beteuerungen der Anwohner, sie würden das Projekt nicht verhindern wollen, gehen wir davon aus, dass es wiederholt zu einem Rekurs kommt. »
Nachbarn wollten Kompromiss
Zu diesen Anwohnern gehört Beny Ruhstaller, einer der drei Rekurrenten. Er besitzt eine Eigentumswohnung gleich hinter dem Bistro.
Er stellt klar, dass die Rekurrenten den «Seegarten» nicht verhindern wollten. «Die Rahmenbedingungen haben aber nicht gepasst, sodass wir nun Recht bekommen haben.»
So störten sie sich beispielsweise daran, dass im Bistro keine eigene WC-Anlage geplant war. Auch über die Höhe des Gebäudes und die Öffnungszeiten wurden sich die Parteien nicht einig.
Er betont, dass sich die Anwohnenden immer kompromissbereit gezeigt hätten. «Die Verhandlungen wurden vonseiten der Gemeinde und Herr Brüllmann abgebrochen.»
Sie hätten es auf ein Gerichtsverfahren angelegt. «Wir wurden in dieses komplexe Verfahren gedrängt.»
Gemeinde mit Doppelrolle
«Ausserdem haben wir im Verlaufe des Verfahrens merken müssen, dass ein paar Kompromisse mit dem Bistrobetreiber nicht reichen», erläutert Ruhstaller. «Wir standen auch der Gemeinde in ihrer merkwürdigen Doppelrolle gegenüber.»
Denn die Gemeinde vergibt die Pacht und hat gleichzeitig auch die Bewilligung erteilt. «Sie hatte sogar einen Anwalt beauftragt.»
Kritik an Rekurrenten
Diesen Vorwurf weist Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP) zurück. «Herr Brüllmann wurde durch einen Anwalt vertreten, nicht die Gemeinde.» Das ist jedoch im Entscheid des Baurekursgerichts anders ausgewiesen.
Sie haben gewusst, was hier am Seequai geplant ist.
Marco Hirzel (SVP)
Gemeindepräsident von Pfäffikon
Zwar sei die Gemeinde durch die Baubehörde ebenfalls ins Verfahren involviert. «Das Verfahren läuft primär zwischen Herr Brüllmann und den Rekurrenten», betont der Gemeindepräsident. Die Gemeinde habe im Gegenteil immer versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln.
Hirzel scheut sich deshalb nicht, die Rekurrenten ebenfalls zu kritisieren. «Sie haben gewusst, was hier am Seequai geplant ist, als sie hier eine Wohnung gekauft haben.» Dass sie nun das Bistro verhindern wollen, könne er nicht nachvollziehen.
Verlängerung des Pop-up?
Vorerst bleibt somit am Pfäffiker Seequai alles beim Alten. Aktuell führt Andreas Brüllmann auf dem Grundstück einen Pop-Up-Imbiss aus einem Gastrocontainer. Von 2014 bis 2019 hatte er bereits einen Biergarten auf dem ehemaligen Bietenholz-Areal betrieben.
Die Bewilligung für den Imbiss läuft aber Ende Oktober aus. Ob diese verlängert wird, weiss der Gastronom noch nicht.
Er müsse zuerst mit der Gemeinde verhandeln. Aber er bleibt positiv: «Diese Zusammenarbeit war bisher immer sehr gut.»
