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Gibt es die nächste Oberländer Medaille?

Der Ustermer Schwimmer Antonio Djakovic, BMXler Kevin Schunck aus Volketswil und die Hinwiler Triathletin Anja Weber haben es an die Olympischen Jugendspiele nach Buenos Aires geschafft. Dem Trio ist einiges zuzutrauen.

Dem Ustermer Antonio Djakovic ist in Buenos Aires die eine oder andere Finalqualifikation zuzutrauen.

Patrick B. Kraemer

Gibt es die nächste Oberländer Medaille?

So richtig festlegen will er sich bei der Frage nach den Zielen nicht. «Einfach meine Leistung abrufen», sagt der Volketswiler BMXler Kevin Schunck vor den Olympischen Sommer-Jugendspielen in Buenos Aires. Seine Zurückhaltung hat mehrere Gründe. Zum einen blickt der 17-Jährige auf eine enttäuschende Junioren-Weltmeisterschaft im Juni zurück, wo er als Mit­favorit bereits nach den Vorläufen auf der Strecke blieb.

Dazu kommt, dass Schunck über die aussereuropäische Konkurrenz an den Jugendspielen wenig weiss und die Bahn in der argentinischen Hauptstadt nur von Bildern kennt. «Es ist eine strenge Bahn, auf der man viel ‹trampen› muss – mit einem steilen Starthügel und langen Kurven. Das sollte mir sogar entgegenkommen», sagt er.

Drei von 39 aus der Region

Allzu hohe Erwartungen schürt allerdings auch Swiss Olympic nicht. «Podestplätze sind nicht das Wichtigste für uns», bekräftigt Corinne Staub, die als Chef de Mission von Swiss Olympic die Schweizer Delegation anführt. «Vielmehr sollen die Talente an einem Multisportanlass in dieser Dimension Eindrücke und Erfahrungen sammeln, die sie im Hinblick auf ihre weitere Sportlerlaufbahn weiterbringen.»

«Podestplätze sind nicht das Wichtigste für uns.»

Corinne Staub, Chef de Mission von Swiss Olympic

Insgesamt 39 Athleten hat die Dachorganisation der Schweizer Sportverbände aus 13 Sportarten für die Jugendspiele se­lektioniert. Darunter sind nebst Schunck mit dem Ustermer Schwimmer Antonio Djakovic und der Hinwiler Triathletin Anja Weber zwei weitere Athleten aus der Region. Und für alle gilt es bereits am Sonntag am ersten Wettkampftag ernst.

Der Jüngste im Dauereinsatz

Das strengste Programm zu bewältigen hat mit Djakovic aus­gerechnet der Jüngste aus dem regionalen Trio.  Am Montag feiert er erst seinen 16. Geburtstag. Das Ausnahmetalent des SC Us­ter Wallisellen startet über die 100-, 200- und 400-m-Freistil-Distanz sowie in der Staffel.

Pa­blo Kutscher, Elite-Trainer beim SCUW, traut seinem Schützling, obwohl er gegen bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenten antritt, aber die eine oder andere Final-Qualifikation zu – auch mit der Staffel. «Schweizweit ist Antonio bereits der stärkste Crawl-Schwimmer. Er hat nichts zu verlieren und kann volles Risiko gehen. Und in einem Final ist alles möglich», betont Kutscher.

Als Djakovics derzeit stärkste Disziplin bezeichnet der Trainer die 200 m Lagen. «Im Moment ist Antonio ein klassischer Mittelstreckler.» Das könne sich aber in den nächsten Jahren noch ändern, sagt Kutscher.

Von Verletzung erholt

Triathletin Anja Weber, die sich von einer bei einem Trainingssturz erlittenen Rücken- und Rippenprellung gut erholt hat, erhofft sich derweil im Einzelrennen einen Top-Ten-Platz. Die Basis für diese Klassierung will sie auf der Schwimmstrecke und dem Rad legen. Es sind ihre stärksten Disziplinen. «Mein Aufbau stimmt. Ich habe ein ­gutes Gefühl », sagt die 17-Jäh­rige. Erst vor wenigen Wochen erreichte sie als Achte ihr mit Abstand bestes Resultat in der Bundesliga.

Für Weber steht zudem am Donnerstag ein Mixed-Staffel-Rennen mit noch nicht bekannten Teamkollegen aus verschiedenen Nationen auf dem Programm. «Das ist mega cool», sagt Weber. Und einen zusätzlichen Motivationsschub erhielt Anja Weber im Vorfeld von der Wet­ziker Leichtathletin Fabienne Schlumpf. «Ich solle die Spiele einfach geniessen», gab ihr die EM-Medaillengewinnerin als Tipp auf den Weg.

Anja Weber

Wie Weber zusätzlich in einem Mixed-Wettbewerb zum Einsatz kommt auch Schunck. Und mit Zoé Claessens hat er da sogar eine äusserst starke Partnerin an seiner Seite, die auf ein gutes Abschneiden hoffen lässt. Die Waadtländerin ist die aktuelle Nummer 1 in der Weltrangliste der Juniorinnen.

Fuchs und Mahler holten Gold

Die Olympischen Jugendspiele waren übrigens schon mehrfach ein gutes Pflaster für die Ath­leten aus der Region. Der Bie­tenholzer Springreiter Martin Fuchs holte beispielsweise bei der Jugendspiele-Premiere in Singapur im Jahr 2010 als erster Schweizer überhaupt mit dem Team Europa eine Goldmedaille.

Vier Jahre später sicherte sich die SCUW-Schwimmerin Svenja Stoffel im chinesischen Nanjing über 50 m Delfin Silber. Diese gute Bilanz wird noch durch Kai Mahler untermauert. Der Fischenthaler triumphierte bei den ersten Winterspielen 2012 in Innsbruck in der Halfpipe.

Wohin der Weg der Talente führen kann, zeigen aber nicht nur die Beispiele der späteren Oberländer Olympia-Teilnehmer Fuchs und Mahler.

Ein Richtungsweiser sind auch die erzielten Erfolge bei der jüngsten Austragung in China, als ­insgesamt 19 Schweizer antraten und mit vier Medaillen heimkehrten. Darunter waren mit Angelica Moser (Stabhochsprung) und Sarah Hornung (Sportschiessen) zwei Goldmedaillengewinnerinnen, die bereits zwei Jahre später an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro antraten.

Mit neuen Sportarten

Unter den Motto «Feel the Future» finden vom 6. bis zum 18. Oktober die Olympischen Jugendspiele für Nachwuchstalente im Alter von 14 bis 18 Jahren statt. Rund 4000 Athleten messen sich dabei in insgesamt 286 Wettkämpfen (32 Sportarten).

Acht Sportarten stehen in Buenos Aires zum ersten Mal überhaupt an einem olym­pischen Anlass auf dem Programm: Sportklettern, Karate, BMX ­Freestyle (sie gehören 2020 auch zum Programm der Olym­pischen Sommerspiele in Tokio), Breakdance, Inlineskating, Futsal, ­Kiteboarden und Beachhandball.

Besonders auch: Die Eröffnungsfeier vom Samstag findet nicht in einem Stadion, sondern für alle zugänglich rund um den ­Obelisken auf der Plaza de la ­Republica statt. (zo)

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