Region: 10. März 2010 17:10
Herznasen-Bär und Kinderwagen
Mitunter kuriose Fundstücke bei den VZO
Verloren oder Entsorgungsgebühr gespart? Der Herznasen-Bär liegt noch immer im Fundbüro der VZO. (ü)
Fahrgäste lassen in VZO-Bussen jedes Jahr 2'800 Gegenstände liegen. Rund ein Drittel landet am Ende wieder beim Besitzer.
Über 50 Gegenstände bleiben jede Woche in den Bussen der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland VZO liegen. Längst hat das Unternehmen eine Software entwickelt, um der Flut an Fundstücken Herr zu werden. Derzeit füllen vor allem Handschuhe die Lagerräume. «Winter für Winter treffen bis zu 400 Paare bei uns ein», schreibt der Leiter des Fundbüros, Guy Erdin. Nach jeder Fahrt kontrollieren die Chauffeure ihr Fahrzeug, sammeln vergessene Gegenstände ein und liefern sie täglich im VZO-Fundbüro in Grüningen ab. «Dank unserer Software haben wir jederzeit den Überblick», so Erdin. «Wir können in kürzester Zeit Auskunft erteilen, ob der vermisste Gegenstand bei uns liegt.»
Details zum Fundstück gespeichert
In der Datenbank speichern die Fundbüro-Mitarbeiter Details wie die Uhrzeit des Fundes und den Fundort, also die Buslinie. In Boxen nach Kalenderwochen sortiert, warten die Gegenstände dann auf ihren Besitzer. In Zweifelsfällen hilft auch die Beschreibung des Gegenstands weiter. Diese ist im Übrigen nicht immer eindeutig. «Gelb leuchtende Zipfelmütze, Herznase, Name unbekannt», steht zum Beispiel in der Beschreibung eines etwas ausgefallenen Plüschtieres, das die VZO gefunden und auf den Namen «Herznasen-Bär» getauft haben.
Verlustmeldung selbst aufgeben
Auch ein Kinderwagen oder Musikinstrumente lagen gemäss VZO schon herrenlos in Bussen. Wer einen Herznasen-Bären oder einen anderen Gegenstand vermisst, kann auf der Website der Verkehrsbetriebe eine Verlustmeldung aufgeben. Sollte der gefundene Gegenstand Aufschluss über den Besitzer geben, kontaktieren ihn die VZO von sich aus. «Es kommt vor, dass wir jemanden auf den Verlust seines Portemonnaies aufmerksam machen, bevor er ihn überhaupt bemerkt hat», so Erdin. Insgesamt liegt die «Wiederfindequote» der Gegenstände bei 30 Prozent. (yba)

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