Schweiz: 10. März 2010 15:17

Weiter Numerus Clausus für Medizinstudium

Eignungstest auch im kommenden Studienjahr

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Wer statt in die Röhre in Medizinbücher gucken will, muss sich weiterhin bei einem Eignungstest durchleuchten lassen. (key)



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Trotz Nachwuchsmangel an Spitälern: Auch für das Studienjahr 2010/2011 beschränken die Universitäten Bern, Zürich, Basel und Freiburg den Zugang zum Medizinstudium.

Wer ein Medizinstudium an den Unis Bern, Zürich, Basel und Freiburg absolvieren will, muss auch im kommenden Studienjahr einen Eignungstest bestehen. Dies obwohl namentlich die Spitäler über Mangel an Nachwuchskräften klagen. Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) begründet den Numerus clausus mit der Qualität, die es bei der medizinischen Ausbildung zu wahren gelte. Am 9. Juli werden sich die Bewerberinnen und Bewerber für die Studiengänge Human-, Veterinär- und Zahnmedizin einem Eignungstest zu unterziehen haben, wie es in einer SUK-Mitteilung vom Mittwoch heisst.

Nicht für alle Platz

Zwar wurde die Anzahl Studienplätze in der Humanmedizin leicht erhöht, und zwar um 30 (auf 180) in Bern und um 20 (auf 240) in Zürich. Trotzdem werden die Aufnahmekapazitäten überschritten. Bei der Humanmedizin haben sich für die Universitäten Bern, Zürich, Basel und Freiburg 2'651 Personen angemeldet. Es stehen aber nur 653 Studienplätze zur Verfügung. Bei der Veterinärmedizin steht 432 Anmeldungen eine Aufnahmekapazität von 150 gegenüber. Bei der Zahnmedizin können von 315 Bewerbern nur 142 berücksichtigt werden. Auch an der Uni Genf werden die Aufnahmekapazitäten in der Humanmedizin überschritten: 537 Anmeldungen für 187 Plätze. Der Kanton Genf wird dieses Jahr ebenfalls Eignungstests durchführen. Die Universitäten Lausanne und Neuenburg verzichten trotz ähnlicher Probleme weiterhin auf Eignungstests.

Es fehlt an Schweizer Nachwuchs

Nach einer im Februar 2010 veröffentlichten Umfrage der ETH Zürich und anderer Institute hat fast jeder zweite Assistenzarzt in der Schweiz sein Ärztediplom im Ausland gemacht. Der Spitalverband H+ schätzt, dass die Schweiz rund doppelt so viele Ärztinnen und Ärzte braucht, wie derzeit ausgebildet werden. Die Erhöhung der Studienplätze in Bern und Zürich sei ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, reiche aber bei weitem nicht aus, sagte H+-Sprecher Reinhard Voegele auf Anfrage. Angesprochen auf die Nachwuchssorgen erklärte SUK-Präsident Bernhard Pulver, ein allfälliger Ausbau des Studienplatz-Angebots sei Sache der Kantone. (sda/yba)


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