Fällanden : 17. Juli 2008 19:40
Reges Gehen und Zurückkommen
Personalturbulenzen in Jugendarbeit
Das Angebot der Jugendarbeit Fällanden ist etwas vom wenigen, das bis Ende März 2009 Bestand haben wird. Personell stehen einige längere Abwesenheiten und Stellvertretungen an.
Christian Brütsch
Die Jugendarbeit in Fällanden zeichnet sich seit je durch eine Konstanz der Mitarbeitenden aus. Während im Durchschnitt ein Jugendarbeiter nach weniger als drei Jahren die Stelle wechselt, bleiben sie in Fällanden teilweise über zehn Jahre. Im kommenden halben Jahr ist aber alles ein bisschen anders. Kündigungen gibt es keine, dafür längere Abwesenheiten.
Christoph Hammel mit Bestand
Es wäre fast einfacher zu beschreiben, was gleich bleibt: Christoph Hammel, ab August mit einem 60-Prozent-Pensum, und das Programm der Jugendarbeit. Die drei weiteren Bisherigen, Zora Buner, Meret Müller und Daniel Hunziker, planen längere Auszeiten. Unterstützung erhält das Team durch Luzia Späti, die bis Ende Februar 2009 eine halbe Stelle besetzen wird.
Zuerst der Abschluss
Als Erste wird die Stellenleiterin Zora Buner einen halbjährigen Urlaub beziehen. Sie wird zum zweiten Mal Mutter und wird - so der Plan - Ende Februar 2009 wieder zur Jugendarbeit stossen. Die Stellvertretung als Stellenleiterin wird bis Ende Jahr von Meret Müller wahrgenommen. Von Januar bis März 2009 plant sie aber einen dreimonatigen Auslandaufenthalt. «Indien tönt sehr verlockend, aber es könnte auch an einen anderen Ort gehen», so Müller.
Im Januar und Februar 2009 übernimmt Daniel Hunziker die Stellenleitung. Er wird dann von seiner dreimonatigen Auszeit zurück sein. Er möchte gerne von Oktober bis Dezember zusammen mit seiner Frau im asiatischen Raum reisen.
Bevor aber Hunziker und Müller ihre Reisen antreten können, steht bei beiden der Abschluss zum soziokulturellen Animator an der Hochschule Luzern auf dem Programm. «Wenn der Abschluss Mitte September definitiv vollzogen ist, kann ich mich erst richtig auf die Reise vorbereiten», meint Hunziker.
«Wir haben grosses Glück», erklärt Zora Buner. «Die Jugendarbeit Fällanden wird durch den gleichnamigen Verein geführt. Als wir diese doch etwas komplizierte Lösung dem Vorstand präsentierten, wurde sie fast kommentarlos durchgewinkt.»
Gute Übergangslösung
Weiter ist man natürlich froh, mit Luzia Späti eine sehr gute Übergangslösung gefunden zu haben. Die ausgebildete Bewegungstherapeutin war bis Ende Juni in der Jugendarbeit Greifensee tätig. Nach dem Brand im Jugi Greifensee im letzten November stand die Jugendarbeit buchstäblich auf der Strasse. Ein Büro wurde den Jugendarbeitern im Gemeindehaus zur Verfügung gestellt. Sie hätten verschiedene Projekte, wie die Fassbar am Greifensee, lanciert, blickt Späti zurück.
Was sie im Anschluss machen will, weiss sie allerdings noch nicht. «Ich hatte etwas wenig Zeit, um mir über meine Zukunft Gedanken zu machen.» Verschiedene Möglichkeiten tönte sie bereits an: Rückkehr in ihr angestammtes Umfeld Solothurn/Bern, wieder etwas mit Bewegungstherapie machen oder - reisen.
Alkohol-, drogen- und gewaltfrei
Die Jugendarbeit ist in Fällanden sehr gut verankert. Von Schule und Politik wird regelmässig auf die Jugendarbeit zurückgegriffen, um Projekte zu verwirklichen. Zum Beispiel wurde die Suche nach einem Skaterpark breit unterstützt - auch wenn man am Schluss nicht fündig wurde. In der Schule ist die Jugendarbeit zuständig für die Sucht- und Sexualpädagogik. Themen, die natürlich nicht nur in der Schule, sondern auch im Treff immer wieder von Neuem ausgesprochen werden müssen.
«Wir legen grossen Wert darauf, dass der Treff alkohol-, drogen- und gewaltfrei ist», betont Buner. Noch immer hänge dem Treff etwas Verruchtes an. «Dabei haben wir klare Grenzen gesetzt und tolerieren keine Übertretungen.» Auch das Bunkern von Alkohol vor dem Treff werde nicht toleriert. «Wer angetrunken auftaucht, wird von uns nach Hause geschickt», unterstreicht Hunziker die klare Haltung der Jugendarbeit. Für die Fünft- und Sechstklässler hat der Treff jeweils am Mittwochnachmittag geöffnet. Die Oberstüfeler treffen sich am Freitag- und Samstagabend.
Zudem werden immer wieder neue und andere Projekte angeboten. Während im Treff die Jugendlichen gerne einfach etwas abhängen wollen, steht bei der «Sport Music Night» die Bewegung im Vordergrund.
«Respekt ist Pflicht - für alle!»
Nach den Sommerferien wird das Projekt «Respekt ist Pflicht - für alle!» unter der Leitung von Hammel lanciert. Es geht dabei um die Thematisierung von sexuellen Übergriffen unter Jugendlichen. Die Kampagne wurde von der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann und von Okaj Zürich, der kantonalen Kinder- und Jugendförderung lanciert. Im nächsten Frühling wird man die Resultate der Arbeit an dieser Kampagne im ganzen Kanton mittels Plakaten, Postkarten und weiterer Begleitveranstaltungen entdecken - auch in Fällanden.
Das traditionelle Herbstlager musste hingegen abgesagt werden. «Wir vermuten, dass die längeren Herbstferien viele Familien ermunterten, etwas zusammen zu unternehmen», findet Hammel eine Erklärung. Die Köpfe werden deshalb nicht hängen gelassen. Geplant sind anstelle des einwöchigen Lagers kürzere Ausflüge und Aktivitäten in der näheren und weiteren Umgebung. Welche und was sonst noch von der Jugendarbeit angeboten wird, findet man auf der neu gestalteten Homepage www.jugendarbeitfaellanden.ch. Dort ist auch das aktuelle Programm ersichtlich.

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