Uster : 27. März 2008 20:47 ergänzt: 02.04.08 13:20

Kein «Big Brother» in den Quartieren

Verkehrsmessungen im Hinblick auf Tempo 30

Die Überwachungskameras, die in verschiedenen Quartieren von Uster angebracht wurden, dienen nicht etwa der Überwachung der Bevölkerung, sondern der Verkehrsbeobachtung. Nun meldet die Stadt Uster den Abschluss der Messungen.

In verschiedenen Ustermer Quartierstrassen, so in der Schwizerstrasse, der Stationsstrasse, der Sonnhalden- oder der Wührestrasse, haben plötzlich angebrachte Überwachungskameras an den Strassenkandelabern für Verwunderung bei Anwohnern gesorgt: Eingriffe in die Privatsphäre, erhöhtes Gewaltvorkommen in den Quartieren oder Geschwindigkeitskontrollen wurden befürchtet.
Der zuständige Stellvertreter des Abteilungsleiters Sicherheit, René Steffen, weilt zurzeit in den Ferien. Christian Kurt, bfu-Sicherheitsdelegierter der Stadt Uster und bei der Stadtpolizei zuständig für die Verkehrssicherheit und Signalisation, beschwichtigt an seiner Stelle die Anwohner - jedoch erst auf Anfrage des ZO/AvU: «Die Kameras dienen dazu, am entsprechenden Standort jeweils während 24 Stunden den Verkehr zu beobachten. Die Kameras nehmen jedoch keine Bilder auf, sondern messen lediglich mit Hilfe eines Lasersystems Anzahl, Kategorie und Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge.»

Absichtlich nicht informiert

Die Messungen sollen dem Projektteam einen Grobüberblick über die aktuelle Verkehrssituation in den Quartieren geben. Sie dienen als Grundlage für die Überarbeitung des Projekts «flächendeckend Tempo 30 in den Quartieren», das der Stadtrat im Jahr 2004 aus finanziellen Gründen zurückgestellt hat. Demnächst wird die Abteilung Sicherheit das Projektteam dem Gemeinderat einen aktualisierten Projektvorschlag unterbreiten. Die Messungen sollen dabei helfen, die Quartierstrassen, in denen Massnahmen nötig sind, auszuwählen.
Auf eine Information der Bevölkerung habe das Projektteam bewusst verzichtet, sagt Kurt: «Wir wollten verhindern, dass die Messergebnisse verfälscht werden, indem etwa Befürworter von Tempo-30-Zonen absichtlich zu schnell an den Messgeräten vorbeifahren.»
Die meisten Kameras sind inzwischen wieder deinstalliert worden, nur in vereinzelten Quartieren bleiben sie noch bis heute. (sjm)

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