Weisslingen : 17. Februar 2008 23:38

«S'Bier vermischt sech mit em Bluet»

Roger Rosenberger dreht Musikfilm

wilhelmtelle0.jpg (Anrissbild 1)

Nach geschlagener Schlacht im «Löie» posiert die Filmcrew in Weisslingen zum Schlussbild. (Bild: Thomas Müller)

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Am Wochenende entstand in Weisslingen ein Musikfilm zum Evergreen «Si hei der Wilhälm Täll ufgfüert». Dabei waren Wrestler, eine Harley-Gang, ein Fernsehstar und ein ZO/AvU-Mitarbeiter.

Thomas Müller

«Take 6, 5 - Kamera läuft!» Auf der Bühne springt Tell auf den Landvogt Gessler zu. Dieser packt ihn an Schultern und Gürtel und schwingt ihn zu Boden. Kaum ist der Schweizer Nationalheld überwältigt, springen wir von unseren Tischen auf und protestieren mit wütigen Schreien. Die erste Reihe stürmt zur Bühne, Gläser fliegen durch die Luft.

 

Ganz nach Matters Songtext entsteht sofort eine Schlägerei im Publikum - die einen ergreifen Partei für Tell, die anderen für die Habsburger. Peter (22) klemmt sich Lukas' Kopf zwischen die Beine, schwingt ihn sich auf die Schultern und rammt ihn neben Biergläsern und Blumengestecken durch die Tischplatte.

Fünfzig Statisten

In mehreren Teilsequenzen inszeniert der 25-jährige Roger Rosenberger am Wochenende vor laufender Kamera mit seiner Crew den Inhalt von Mani Matters «Si hei der Wilhälm Täll ufgfüert». Drehort ist der Saal des Restaurants Sonne in Weisslingen. Ich darf dabei im braun-weissen Flanellhemd als Statist einen Nottiswiler Bauern spielen, der im örtlichen «Löie» im Publikum sitzt.

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Unter den fünfzig Statisten am Set ist auch eine Harley-Gang, die Roger als Nottiswiler Bürger engagiert hat. Aber auch andere Trinkgenossen sitzen mit mir am Tisch: ehemalige Mitschülerinnen von Rogers Bruder oder die 18-jährige Sandra. Sie geht regelmässig an Filmdrehs, für die Statistenrollen ausgeschrieben werden. Grund dafür ist ihr Interesse am Filmschaffen und die Möglichkeit, bekannte Schauspieler am Set zu treffen. Für sämtliche Aufgaben rund um den Dreh konnten Roger und Pascal Freunde und Verwandte engagieren.

Professionelles Team

Die Anweisungen am Set teilen sich Regisseur Roger und Kameramann Simon Huber. Während Roger die Kulissen und die Schauspieler instruiert, nimmt sich Simon vor jeder Szene nochmals über eine halbe Stunde Zeit für deren Ausleuchtung. Nach Drehschluss zeigt sich Simon sehr zufrieden: «Das Team und vor allem auch Roger sind sehr professionell, was nicht an jedem Set selbstverständlich ist.» Simon war bisher vor allem als freischaffender Kameramann bei Werbespots, Musikclips und Kurzfilmen engagiert und arbeitete dabei mit Grössen wie Mia Aegerter oder Züri West zusammen.


Die Rolle des Tell spielt der 35-jährige Thomas Heri, der eine Wrestling-Schule leitet. Für die Schlägereiszenen erhält er von Maskenbildnerin Claudia Kälin eine naturalistische Kopfwunde verpasst. In einem Take greift er seinen Opponenten Gessler um den Kopf und schwingt ihn über seinen Körper rückwärts zu Boden. Christian (18) - selber Jungwrestler - erklärt, dass eine derartige Bewegung undenkbar wäre, wenn der Gegner nicht mitmachen würde.


Ein bekanntes Gesicht am Set ist Schauspieler Tom Barcal, der zurzeit täglich in der RTL-Serie «Alles, was zählt» zu sehen ist und heuer in den beiden Kinofilmen «Schwarz-Null» und «Stalked» die Hauptrolle spielt. Er ist an diesem Wochenende das erste Mal in der Schweiz und lobt Roger und sein Team: «Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass hier Amateure am Werk sind.»

 

Die Entwicklung des Projekts kann auf www.rogernro.wordpress.com mitverfolgt werden. Bis Ende Mai soll der Film geschnitten sein. Man darf gespannt sein, wie sich Textausschnitte wie «es chrose Tisch u Bänk und sBier vermischt sech mit em Bluet» mit den Bildern dieses Wochenendes vereinen.

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