Fussball 3. Liga: 8. Juni 2010 06:45
FCR-Erfolgstrainer nicht mehr erwünscht
Verträge mit Savia und Abazi nicht verlängert
(Symbolbild: Archiv)
Das Dossier zum Thema
Giovanni Savia und Raif Abazi führten die Reserven des FC Rüti Ende Mai vorzeitig in die 3. Liga. Trotz durchschlagendem Erfolg hat der Verein die Verträge mit den beiden Trainern nicht verlängert. Die Spieler sind entrüstet und prophezeien die Auflösung der Mannschaft.
«Ich würde die Herausforderung gerne annehmen», sagte Giovanni Savia im ZO/AvU vom 1. Juni, kurz nachdem der Aufstieg der Rütner Reserven feststand. Der Vorstand des FC Rüti gab ihm nun aber einen Korb und hat dem langjährigen Vereinsmitglied, das seit zehn Jahren die zweite Rütner Mannschaft trainierte, und seinem Kollegen gekündigt. «Gianni und Raif waren zu stark auf ihre Mannschaft fixiert. Sie handelten zu wenig im Interesse des Vereins», lautet die Begründung des Vorstandes. «Sie haben nicht links und nicht rechts geschaut. Die Mannschaft war ein Verein im Verein. Das wäre nächste Saison nicht besser geworden», so die Befürchtung von Roger Simonelli.
Der FCR-Präsident wirft den beiden Trainern zu wenig Kooperations- sowie Gesprächsbereitschaft vor. Die Trainer hätten ihre Mannschaft zudem manipuliert, ein Austausch der Spieler mit der ersten Mannschaft sei praktisch nicht möglich gewesen, und es seien auch keine A-Junioren in die Mannschaft integriert worden. «Stimmt nicht», sagt Savia. «Diese Vorwürfe sind haltlos. Ich habe meine Spieler nie beeinflusst. Was soll ich machen, wenn sie im Fanionteam nicht spielen wollen?»
Aufstiegsteam vor der Auflösung
Der Entscheid des Vorstandes stösst bei der Mannschaft auf Unverständnis. «Wir fühlen uns hintergangen und stehen hinter unseren Trainern. Das Vorgehen ist unfair», sagt Captain Genaro Iannone. «Gianni hat sich auch in schlechten Zeiten immer für uns eingesetzt und nun eine gute Truppe zusammengestellt. Offenbar hatte der Vorstand damit Mühe, dass die zweite Mannschaft stärker spielte als das Fanionteam.» Ob die Mannschaft zu den restlichen zwei (unbedeutenden) Partien antreten wird, stellt er in Frage.
Savia/Abazzi standen bereits am letzten Sonntag nicht mehr an der Seitenlinie. Wie es nächste Saison weitergehen wird, ist für alle Beteiligten noch unklar. «Die Mannschaft wird vermutlich auseinanderfallen», vermutet Iannone. «Ein Teil wird bleiben, ein Teil wird dem Trainerduo zu einem anderen Klub folgen. Das ist schade für das gut funktionierende Team - aber auch für den Verein.» (ms)

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