Pfäffikon : 13. Februar 2010 11:45
Für den Empfang unempfänglich
Geplante Antenne stösst auf Widerstand
An der Witzbergstrasse könnte schon bald eine Mobilfunkantenne stehen. (Symbolbild: ZO-Archiv)
25 Meter soll sie hoch werden, die Mobilfunkantenne der Swisscom an der Pfäffiker Witzbergstrasse. Den Anwohnern missfällt dies, während der Gemeinde quasi die Hände gebunden sind.
Monika Kessler
«Ich sehe einfach nicht ein, weshalb hier eine Mobilfunkantenne entstehen muss», meint der Pfäffiker Raphael Herzog empört. Seine Empörung rührt daher, dass die Swisscom bei der Gemeinde Pfäffikon ein Baugesuch für eine neue Mobilfunkanlage an der Witzbergstrasse 20 eingereicht hat.
«Das ist sehr nah an einem Wohnquartier, und in unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein Kindergarten», sagt Herzog. Dies findet er in Anbetracht der Tatsache, dass die Langzeit- und Folgeschäden von Mobilfunkstrahlen noch nicht erforscht seien, absolut verantwortungslos. «Ausserdem ist die Abdeckung gewährleistet. Man hat mit der Swisscom in ganz Pfäffikon problemlos Empfang mit dem Handy.»
Antenne ist legitim
Ein Blick auf die Internetseite der Swisscom bestätigt diese Aussage. Mit Hilfe einer Karte wird dort visualisiert, wie dicht die Abdeckung in den einzelnen Regionen der Schweiz ist. Ein grosser blauer Fleck über Pfäffikon sagt aus, dass die lückenlose Abdeckung gewährleistet ist. Dennoch sei Herzogs Einwand nicht berechtigt, meint Swisscom-Sprecherin Myriam Ziesack: «Die Anlage wird benötigt, um einerseits eine gute Versorgung mit UMTS gewährleisten und andererseits die Kapazität erhöhen zu können.»
Die Antenne hat also laut der Swisscom durchaus ihre Existenzberechtigung und auch baurechtlich spricht eigentlich nichts gegen sie. «Im Moment haben wir eigentlich keine Möglichkeit, das Baugesuch abzulehnen», sagt der Leiter des Pfäffiker Bauamtes, Werner Büchi. Das liege vor allem daran, dass noch nicht ausdefiniert sei, wo in Zukunft solche Antennen erstellt werden dürfen und wo nicht. «Wir sind daran, einen solchen Plan auszuarbeiten», so Büchi weiter.
Den Ausschlag dazu hat der Rekurs einer Gruppierung vor einigen Monaten gegeben. Die Gruppe sprach sich damals gegen die geplante Sunrise Mobilfunkanlage aus - mit Erfolg, denn die Sunrise hat daraufhin ihr Baugesuch zurückgezogen. «Wir haben allerdings dieses Anliegen nicht in die Teilrevision der Bau- und Zonenordnung miteinbezogen, sondern behandeln es als separates Geschäft», sagt Büchi. Bis ein definitiver Plan steht, spreche an sich nichts gegen den Bau der 25 Meter hohen Antenne.
Nachbarn mobilisiert
Noch bis zum 18. Februar kann der Baurechtsentscheid zur Einsicht bestellt werden. Das hat auch Antennengegner Herzog gemacht und gleich mit 210 Flugblättern seine Nachbarn informiert. «Es stellte sich heraus, dass die Wenigsten von diesem Bauvorhaben wussten», so Herzog. Er selber habe sich bereits mit einem Anwalt darüber unterhalten, was gegen eine allfällige Baubewilligung gemacht werden könne. «Er beschönigte nichts», gibt Herzog zu, «die Chancen stehen schlecht.» Dennoch werde er auf rechtlichem Weg weiterkämpfen, sollte die Bewilligung zustande kommen.
Rückwirkend die Antenne wieder abbauen lassen, das geht aber nicht. «Wenn die Bewilligung erteilt ist, dann gewährt man der Swisscom eine Bestandesgarantie», erklärt Werner Büchi. Sprich: Ist die Antenne mal da, bleibt sie auch.
Der Stein des Anstosses
Zurzeit prüft aber noch der Kanton das Gesuch auf Herz und Nieren. «Die Messbestimmungen müssen eingehalten werden», so Büchi. Die Antenne darf strahlen, doch nicht unbeschränkt viel. Der Kanton richtet sich dabei nach der vom Bundesamt für Umwelt herausgegebenen Verordnung, die genau definiert, wie viel Strahlung von einer Antenne ausgehen darf. Dies ist auch abhängig vom jeweiligen Standort. «Erst wenn der Kanton das Okay gibt, können wir eine Baubewilligung erteilen», so Bauamtleiter Büchi. Raphael Herzog hofft indes, dass möglichst viele Anwohner seinen Flyer lesen und entsprechend den Baurechtsentscheid bestellen: «Vielleicht gibt das den Anstoss dazu, dass die Gemeinde bei der Erteilung der Baubewilligung mehr an die direkt betroffenen Anwohner denkt.

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