Hinwil : 3. Februar 2010 05:28

Funkloch-Ende ist nicht absehbar

Swisscom sucht nach neuem Antennenstandort

ZO_0302_BH_O_antennenkuh0.jpg (Anrissbild 1)

Der Hadliker Landwirt Ernst Weber hat sich erfolgreich gegen die Mobilfunkantenne auf seinem Stalldach gewehrt. (Re)


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Wegen einer fehlenden Mobilfunkantenne gibts in Hadlikon Funklöcher. Und das möglicherweise noch lange: Die Swisscom tut sich schwer mit der Suche nach einem neuen Standort.

Isabel Heusser

Funklöcher sind dort, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Oder in einem einsamen Tal. Oder auf einem hohen Berg. Funklöcher gibt es aber auch in Hadlikon. Auf der Scheune des Landwirts Ernst Weber hat die Swisscom am Montag ihre Mobilfunkantenne abmontieren lassen. «Ich bin froh, dass sie weg ist», sagt er. Dass ihm die Antenne in den zehn Jahren, in denen sie installiert war, so viele Probleme machen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Angefangen hatte es damit, dass auf seinem Hof Kälber mit einem Augenschaden zur Welt kamen. Bei einem Tier war die verminderte Sehkraft so stark, dass es geschlachtet werden musste. Danach hatte Weber begonnen, sich aktiv über Elektrosmog zu informieren. «Ich vermute, dass die Tiere wegen der Strahlen krank geworden sind.» Weber hörte auch von einem Bauern bei Winterthur, der wie sein Vieh - angeblich durch Elektrosmog - krank geworden sei.

Bereits Ende Jahr abgeschaltet

Endgültig misstrauisch geworden waren Weber und seine Frau, als sich eine Nachbarin bei ihnen meldete. Sie war überzeugt, dass die Strahlung bei ihr gesundheitliche Schäden anrichten würde (wir berichteten). Danach war für Ernst Weber klar, dass er die Antenne nicht mehr länger auf seiner Scheune haben wollte. Er kündigte den Vertrag, und Ende des letzten Jahres wurde sie abgeschaltet - und das hat Folgen. Nicole Braunwalder von der Firma «All 4 green» mit Sitz in Hadlikon ist nicht sonderlich begeistert von den Funklöchern, welche die Abschaltung der Antenne mit sich bringt. «Jetzt können wir Anrufe nicht mehr aufs Natel umleiten», sagt sie. «Momentan haben wir einen Platz auf dem Fenstersims mit Empfang.»
Durch die fehlende Mobilfunkantenne sei die Abdeckung in den Häusern in Hadlikon sehr schlecht, sagt Swisscom-Mediensprecherin Myriam Ziesack. Wie lange das andauere, könne man noch nicht sagen: «Wir suchen seit rund einem Jahr nach einem neuen Standort, aber er muss so liegen, dass er ins bestehende Netz integriert werden kann.» Wegen der Funklöcher habe man einige Reaktionen von Kunden erhalten - auch ein paar heftige. «Die meisten reagierten enttäuscht oder erstaunt.» Aufgrund der verschlechterten Versorgungssituation biete man den betroffenen Kunden an, das Natel auf das Festnetz umzuleiten.
Die Gemeinde hält sich derweil mit einem Urteil über die Situation zurück. «Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, einen neuen Standort für eine Mobilfunkantenne zu suchen, und wir sind im Fall von Hadlikon nicht aktiv», sagt Gemeinderat Urs Leuthold. «Wir merken immer wieder, dass die Opposition gegen Mobilfunkantennen gross ist, wenn ein entsprechendes Baugesuch eingereicht wird - je näher eine an den Wohnzonen geplant ist, desto grösser ist der Widerstand.» Der Gemeinderat plädiere dafür, Mobilfunkantennen möglichst ausserhalb der Wohnzonen zu platzieren - am liebsten etwa auf den Masten von Hochspannungsleitungen, wo kürzlich eine Mobilfunkantenne ohne Einsprachen bewilligt werden konnte. Um Klarheit zu schaffen, wo Mobilfunkantennen erlaubt sind und wo nicht, habe man in der Teilrevision der Bau- und Zonenordnung einen sogenannten «Natel-Artikel» eingebaut. «So wollen wir auf die Standorte von Mobilfunkantennen Einfluss nehmen», sagt Leuthold.
Ob dieser Artikel tatsächlich in Kraft tritt, ist allerdings noch offen, denn die Gemeindeversammlung befindet am 15. März über die überarbeitete Bau- und Zonenordnung - und auch der Kanton muss sie noch genehmigen.

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