Region: 13. Januar 2010 16:32
Tiere in Kälte und Schnee
Überlebensstrategien der Haus- und Wildtiere im Winter
Gefährlicher als die Kälte im Winter ist für die Kühe Durchzug im Stall. (Bild: dhi)
Bildergalerie: Tiere im Winter
Rehe ruhen im Winter, Hunde mögen das Salz auf dem Asphalt nicht, Kühe sollten vor Wind geschützt werden. Die Kälte macht den Tieren wenig aus, der Mensch ist ihr Problem.
Trotz warmem Pelz haben auch Tiere ihre Schwierigkeiten mit dem kalten Winterwetter. «Tiere haben sehr selten Probleme mit der Kälte. Und wenn, dann durch den falschen Einfluss der Menschen,» meint Stephan Braun, Kleintierarzt in Hinwil. So hätten zum Beispiel Hunde im Winter manchmal spröde und schmerzhaft aufgerissene Pfotenballen. Das komme aber nicht vom kalten Boden, sondern von den gesalzenen Gehsteigen. Dass ein Tier Erfrierungserscheinungen zeige, gäbe es kaum. Haustiere wie Meerschweinchen und Kaninchen, die in Aussengehegen leben, könnten mit der Kälte gut umgehen.
Rehe brauchen Ruhe
Keine salzigen Füsse bekommen die Tiere im Wald. Umso störender kann für sie dagegen das Verhalten der Menschen sein. Grundsätzlich habe jede Tierart ihre eigene Überlebensstrategie entwickelt, sagt Heinz Bosshard, Jagdaufseher und Wildhüter im Revier Oberuster. Der Dachs zieht sich tief unter die Erde zurück, Feldhasen und Füchse wechseln ihr Fell. Das Rehwild frisst sich eine dicke Fettschicht an, und seine Herzfrequenz verringert sich von 60 bis 70 Schlägen auf nur noch 30 bis 40 Schläge pro Minute. Um keine Energie zu vergeuden, bewege sich das Rehwild nicht mehr als nötig. Und genau hier lauern die menschlichen Gefahren. «Jeder verantwortungsbewusste Hundehalter soll seinen Hund im Wald an die Leine nehmen. Und auch Spaziergänger ohne Hunde sollten die Waldwege nicht verlassen», betont Bosshard. (jho)

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