Wetzikon: 25. Dezember 2009 13:28
Komitee "Dignitas Nein" will reagieren
Gemeinderat soll Entscheid vor Bundesgericht ziehen
Das Haus der Sterbehilfeorganisation Dignitas an der Talstrasse 9 in Wetzikon: Die Rekursfrist gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts läuft bis Ende Januar. (mm)
Das Wetziker Komitee „Menschenwürde Ja – Dignitas Nein“ gibt sich nicht mit dem Entscheid des Verwaltungsgerichts im Fall Dignitas zufrieden. Die Organisation plädiert für den Gang vor Bundesgericht.
Das Komitee „Menschenwürde Ja- Dignitas Nein" werde den Wetziker Gemeinderat „ermutigen", den jüngsten Entscheid des Verwaltungsgerichts vor Bundesgericht weiter zu ziehen. Das schreibt ein Leiter und Pressesprecher des Komitees, Daniel Schaltegger, in einer Mitteilung vom Freitag. Das Komitee sei sehr enttäuscht, dass das Verwaltungsgericht die Beschwerde von Dignitas gegen die Ablehnung des Baugesuchs gutgeheissen habe. Der Standort von Dignitas an der Talstrasse 9 sei für Sterbehilfe äusserst ungünstig. Als Argument führt das Komitee die „sehr hohen ideellen Immissionen" an. Beihilfe zum Suizid solle nicht im Zentrum einer Kleinstadt und in der Nähe von Kindergärten und Schulen geschehen. Das Komitee sei überzeugt, dass der Gemeinderat reagieren und den Entscheid des Verwaltungsgerichts vor Bundesgericht weiterziehen müsse.
Angst um Wetzikons Image
Für den Rekurs sprächen vor allem die Auswirkungen des Entscheids auf das Standortmarketing, heisst es in der Mitteilung weiter. Durch die traurige Geschichte mit Dignitas sei der Name Wetzikon auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Das Image Wetzikons habe darunter gelitten. Wenn Wetzikon nicht reagiere, sei das eine „sehr deutliche Botschaft, die in der gesamten Schweiz gehört wird." Ein laufendes Verfahren habe zudem aufschiebende Wirkung. Da auf nationaler an den Bestimmungen zur Sterbehilfe gearbeitet werde, wäre es gut, wenn Dignitas keine Beihilfen zum Suizid in Wetzikon durchführen dürfte, bis eine Gesetzesrevision in Kraft tritt. Das Komitee werde jednefalls weiter dafür kämpfen, dass in Wetzikon Leben gefördert werde, heisst es in der Mitteilung weiter. (zol)

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